Juniper versus Cisco
Davids Pyrrhussieg

Das Kopf-an-Kopf Rennen zwischen den beiden Silicon-Valley-Halbleiterherstellern AMD und Intel ist legendär. Wer baut den schnellsten Computerprozessor? Kann David AMD dem Goliath Intel weiterhin trotzen?
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Gewinnt Intel die Krone mit der P4-Prozessor-Reihe dauerhaft für sich oder schlägt AMD erfolgreich zurück? Und wer interessiert sich eigentlich noch dafür - außer den Marketingabteilungen beider Unternehmen und eingefleischten AMD-Fans?

Genauso erbittert fechten zwei Silicon-Valley-Firmen um die Krone des leistungsfähigsten Internetvermittlungsknoten der Welt - im Fachjargon Router genannt. Was AMD für Intel ist, ist für den Routergiganten und Weltmarktführer Cisco Juniper Networks. Anfang 2000 stieg das 1996 gegründete Startup höchst aggressiv in das Geschäft mit Hochleistungsroutern ein.

Weil Cisco den wegen seiner ausgeklügelten Software hoch gelobten Juniper-Produkten der M-Serie zunächst nichts entgegensetzen konnte, eroberte die Minifirma fast aus dem Stand bis zu 40 Prozent des Marktes für Hochleistungsrouter. Inzwischen kontrolliert Cisco zwar wieder rund 70 Prozent des Marktes. Aber nur, weil Konkurrent Juniper nahezu ausschließlich an Telekommunikationsanbieter wie beispielsweise Worldcom oder Qwest verkauft, die ihre Infrastrukturinvestitionen drastisch reduziert haben.

Und gerade hat Juniper Networks mit der Vorstellung des schnellsten Internetrouters der Welt Cisco erneut die Show gestohlen. 40 Gigabit pro Sekunde schafft die auf den Namen T640 getaufte Box. Außer dem Triumph hat Juniper Networks-Chef Scott Kriens allerdings wenig von dem Rekord. Die vorhandenen Kapazitäten an Leitungen und Vermittlungstechnik sind so groß, dass Branchenexperten wie Merrill-Lynch-Analyst Samuel Wilson nicht vor Mitte 2003 mit einer spürbaren Erholung der Nachfrage nach Routern, besonders deren Hochleistungsvarianten, rechnen. Bis dahin hat Cisco wohl wieder mit Juniper gleichgezogen.

Für Kriens geht nach dem jetzigen Pyrrhussieg die Jagd deshalb weiter. Seine Ingenieure basteln bereits an einer Technologie namens Matrix. Sie erlaubt das Zusammenschalten einer Reihe von T640 Boxen zu einem ultraschnellen Vermittlungsknoten, der 10 000 Gigabit pro Sekunde bewältigen soll.

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