Jurist Peter Angelos beobachtet bislang lediglich mögliche Gesundheitsrisiken
Noch keine Klagepläne von US-Anwalt gegen Mobilfunk-Firmen

Reuters LONDON. Der US-Anwalt Peter Angelos hat einem Zeitungsbericht zufolge dementiert, bereits einen Plan zur Einreichung von Klagen gegen Mobilfunkunternehmen im Zusammenhang mit Gehirntumorerkrankungen ausgearbeitet zu haben. Angelos habe bislang lediglich sein Augenmerk auf mögliche Gesundheitsrisiken durch den Gebrauch von Handys gelenkt, berichtete die "Financial Times" (Freitagausgabe) unter Berufung auf Aussagen von Louis Angelos, dem Sohn des renommierten Anwalts. Am Donnerstag hatte die "Times" berichtet, Peter Angelos wolle in bis zu zehn Fällen Klage gegen Handy- Hersteller, Mobilfunknetzbetreiber und Telefongesellschaften im Zusammenhang mit Gehirntumoren einreichen. Der Anwalt war durch Sammelklagen gegen Tabakfirmen bekannt geworden.

Diese Ankündigung habe allerdings bereits die Alarmglocken in der Mobilfunkindustrie schrillen lassen.

Die Times hatte weiter berichtet, in fast allen Fällen richteten sich mögliche Klagen gegen Verizon Wireless, ein Gemeinschaftsunternehmen des britischen Mobilfunk-Konzerns Vodafone und des US-Telekom-Konzerns Verizon Communications. Ein Vodafone-Sprecher hatte dazu auf Nachfrage gesagt, seines Wissens gebe es in diesem Zusammenhang keine Klagen, von denen der Konzern direkt betroffen sei. Vodafone werde sich aber nötigenfalls entschieden zur Wehr setzen. Die Briten halten 45 % an Verizon Wireless.

Dem Bericht der "Financial Times" zufolge hätte Angelos mit den Honoraren aus dem Prozess gegen die Tabakindustrie in Höhe von fast einer Milliarde $ (rund 2,1 Mrd. DM) die nötigen Mittel, um in den USA einen groß angelegten Rechtsstreit zu unterstützen. Nach weiteren Informationen der Zeitung ist die Kanzlei von Angelos in diesem Monat als zusätzliche Rechtsvertretung der Kläger in den bislang größten Fall von Schadensersatzforderungen an Mobilfunkunternehmen eingestiegen. Die 800-Millionen-Dollar-Klage eines Nervenarztes aus Baltimore richtet sich unter anderem gegen den größten US-Handy-Hersteller Motorola sowie Verizon Wireless und SBC Communications.

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