Juristische Auseinandersetzung nach fünf Jahren beendet
Haftstrafen für türkische Polizisten wegen Folter von Jugendlichen

afp ANKARA. Wegen Folter von Jugendlichen sind im westtürkischen Manisa am Mittwoch zehn Polizisten zu fünf- bis elfjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Alle Polizisten erhielten für jeden einzelnen misshandelten Jugendlichen die Mindeststrafe von zehn Monaten Gefängnis, wie ein Anwalt der Opfer der Nachrichtenagentur afp sagte. Nach Angaben des Anwaltes waren die Jugendlichen im Jahr 1995 wegen der angeblichen Mitgliedschaft in einer linksextremistischen Gruppe festgenommen worden. Zu dem Zeitpunkt seien sie 14 bis 26 Jahre alt gewesen. Die Jugendlichen hatten ausgesagt, von den Polizisten unter anderem mit Elektroschocks gefoltert, geschlagen und sexuell missbraucht worden zu sein.

Die Urteile beenden ein fünfjähriges juristisches Tauziehen, das in der Türkei und im Ausland Aufsehen erregt hatte. Die Polizisten waren 1998 zunächst wegen Mangel an Beweisen freigesprochen worden, ein Berufungsgericht kippte den Gerichtsbeschluss jedoch. 1999 wurden die Angeklagten erneut freigesprochen, woraufhin die Jugendlichen wieder in Berufung gingen. Erst im dritten Anlauf wurden die Polizisten jetzt für schuldig befunden.

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