Juristische Schritte nach Terroranschlägen eingeleitet
FBI: Keine Bombe in abgestürztem Flugzeug

Nach den Terroranschlägen in New York und Washington haben die Justizbehörden in den USA einen ersten Verdächtigen wegen Unterstützung der Entführer vor Gericht gebracht. Der Mann wurde nach Justizangaben vom Montag formell beschuldigt, einem der Terroristen im US-Staat Virginia bei der illegalen Beschaffung einer Ausweiskarte geholfen zu haben.

ap/afp WASHINGTON/NEW YORK/RIAD. Insgesamt fünf der Entführer sollen in den Wochen vor den Anschlägen in Virginia Papiere erhalten haben.

Bisher wurden nach Angaben von Justizminister John Ashcroft nach den Anschlägen 352 Personen festgenommen. 392 weitere würden noch zur Vernehmung gesucht. Unterdessen wurden in den Trümmern des World Trade Centers in New York weitere Opfer gefunden. Die Zahl der bestätigten Todesfälle stieg damit am Montag um 15 auf 276.

Insgesamt muss von 6453 Toten allein in New York ausgegangen werden. Seit dem Tag nach den Anschlägen wurde kein Überlebender aus dem eingestürzten World Trade Center gerettet. Bürgermeister Rudolph Giuliani sagte, um noch jemanden lebend zu finden, sei ein Wunder nötig. "Aber es sind schon Wunder geschehen."

Präsident George W. Bush kam im Weißen Haus mit Angehörigen der Menschen zusammen, die in dem über Pennsylvania abgestürzten Flugzeug saßen. Offenbar hatten einige Passagiere versucht, die Entführer zu überwältigen; die Maschine war von ihrem Kurs abgekommen. Hinweise auf eine Bombe an Bord verdichteten sich indes nicht, wie das FBI am Montag mitteilte. Einige der Passagiere hatten vor dem Absturz über Handy berichtet, einer der Entführer trage offenbar Sprengstoff am Körper.

In Florida wurde derweil bekannt, dass der mutmaßliche Terrorist Mohamed Atta mit einem Haftbefehl gesucht worden war. Er war den Gerichtsakten zufolge einer Vorladung wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis nicht nachgekommen.

Ruf nach tragender Rolle der Vereinten Nationen

Japan kündigte nach Medienberichten vom Dienstag an, mehrere Kriegsschiffe zur Unterstützung der USA zu entsenden. Vier bis fünf Schiffe sollen demnach in den Indischen Ozean geschickt werden. Eines der Kriegsschiffe sei mit dem Radarsystem "Aegis" ausgestattet, ein weiteres habe Hubschrauber an Bord, berichtete die Zeitung "Asahi".

Auf die Erklärung von UN-Generalsekretär Kofi Annan vor der UN-Vollversammlung, nur die Vereinten Nationen könnten dem Kampf gegen den Terrorismus "globale Legitimität" verleihen, reagierten die USA, Russland und China umgehend mit Zustimmung. Der russische Außenminister Igor Iwanow betonte, die UN sollten eine internationale Aktion gegen den Terror anführen. Es sei unabdingbar, die Rolle der Vereinten Nationen zu stärken, sagte er. Sie seien ein Instrument zur Sicherung des Friedens und könnten die Staaten gegen neue, bisher unbekannte Gefahren mobilisieren.

Der chinesische UN-Botschafter Wang Yingfan rief alle Länder zu verstärkter Zusammenarbeit auf. US-Diplomat Cameron Hume sprach von einem "entscheidenden Augenblick für die Vereinten Nationen". Sie hätten nun die Chance, die Ideale zu verkörpern, aus denen heraus sie gegründet worden seien.

Saudi-Arabien bricht Beziehungen zu Taliban ab

Saudi-Arabien hat sämtliche Beziehungen zu den in Afghanistan herrschenden Taliban abgebrochen. Das meldete die amtliche saudiarabische Nachrichtenagentur SPA am Dienstag. Damit unterhält weltweit nur noch Pakistan diplomatische Beziehungen zu den international nicht anerkannten Taliban, die im Verdacht stehen, dem Moslemextremisten Osama Bin Laden Unterschlupf zu gewähren. Die USA beschuldigen Bin Laden, Drahtzieher der Anschläge in New York, Washington und Pennsylvania am 11. September zu sein. Seit einigen Tagen ziehen die USA den militärischen Ring um Afghanistan immer enger.

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