Archiv
K.O. in der ersten Runde

Das K.O. kam am letzen Handelstag der Woche schon in der ersten Runde. Mit den bereits vor Handelsbeginn veröffentlichten Arbeitsmarktdaten und der Umsatzwarnung von Chipgigant Intel war der Verlauf des Marktgeschehens praktisch vorprogrammiert. Sowohl der Nasdaq als auch der Dow Jones Index mussten am Freitag kräftig Federn lassen.

Die besser als erwartet ausgefallenen Arbeitsmarktdaten nahmen den Anleger an New Yorks Wall Street den letzten Funken Hoffnung auf eine drastische Zinssenkung der US-Notenbank. Ob Fed-Chef Alan Greenspan nun die Zinsen auf der nächsten Sitzung des US-Offenmarktausschusses am 20. März senken wird, steht ebenfalls in den Sternen.



Die US-Arbeitslosenquote blieb im Februar auf dem Januarniveau von 4,2 Prozent und lag damit im Rahmen der Erwartungen. Dagegen stiegen die durchschnittlichen Stundenlöhne mit 0,5 Prozent stärker an als erwartet. Gleichzeitig wurden 135.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Die Mehrheit der Analysten war nur von 75.000 neuen Stellen ausgegangen. Während der erneute Anstieg der durchschnittlichen Stundenlöhne inflationäre Tendenzen aufweist, deutet die höher als erwartet ausgefallene Anzahl der neu geschaffenen Arbeitsplätze auf eine langsamer als erwartet abkühlende US-Konjunktur. Welchen Grund gäbe es also für "Big Al" nun noch, die US-Leitzinsen in nächster Zeit drastisch zu reduzieren?



Doch die neusten Wirtschaftsdaten waren zum Wochenschluss nicht das einzige K.O.-Kriterium für die Börsen. Die Umsatzwarnung bei Chiphersteller Intel brachte die Technologiebörse ordentlich ins Wanken. Was den Großen schade, werde die Kleinen um so mehr treffen, lautete die Angst der Anleger. Doch nicht nur Chipwerte wie Texas Instruments, Advanced Micro Devices und Broadcom mussten Hiebe einstecken. Auch der Softwaresektor geriet ins Wanken. Denn die rückläufigen Umsatzzahlen im PC-Sektor treffen nicht nur Intel. Auch Microsoft wird mit großer Wahrscheinlichkeit unter der wirtschaftlichen Entwicklung und rückläufigen Umsatzzahlen zu leiden haben, wenn die Nachfrage auf dem PC-Sektor stagniert. Nachdem sich zwei Brokerhäuser im frühen Handel bereits negativ zu Microsoft geäußert hatten, schlug der Softwaregigant zur Mittagszeit zurück. Microsofts Vorstand meldete sich zu Wort und bestätigte nochmals die Prognosen für das laufende Quartal. Somit konnte der Konzern zumindest einen Teil der Investoren besänftigen und die Tagesverluste eindämmen.



Ebenfalls im Ring angetreten, ging am Freitag Cisco Systems zu Boden. Der weltgrößte Netzwerkausstatter wolle rund 5000 seiner Arbeitskräfte entlassen, lautete das Gerücht, das Cisco das Leben schwer machte. Zu den größten Nasdaq Verlierern gehörten am Freitag neben Intel und Cisco unter anderem Qualcomm und Sun Microsystems.



Das Börsensegment kann traurig Bilanz ziehen. Während das Börsenbarometer der High-Tech-Werte vor rund einem Jahr erstmals die 5000er Marke erklomm, blicken wir heute rund 3000 Punkte in die Tiefe. Der Index gab über die zwölf Monate fast 60 Prozent seiner Punkte ab.



Nachdem am Freitag alle Schlüsselsektoren unter Druck gerieten, konnte auch der Dow Jones Index für keinen Stimmungsausgleich sorgen. Einzig defensive Werte wie Pharma- und Tabakaktien konnten Gewinne verzeichnen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%