Kabelnetzbetreiber platziert Wandelanleihe
Kapitalspritze stellt UPC auf festeren Boden

sbe BRÜSSEL. Der niederländisch-amerikanische Kabelnetzbetreiber UPC N.V., Amsterdam, hat eine Wandelanleihe von 1 Mrd. Euro bei der US-Gesellschaft Liberty Media platziert. Liberty Media hält 11 % an der US-Muttergesellschaft von UPC, United-Global-Com (UGC). Die Wandelanleihe beende die monatelange Unsicherheit über das kurzfristige finanzielle Fundament von UPC. Analysten geben aber zu bedenken, dass die Finanzierung über 2003 unsicher sei.

UPC-Chef Mark Schneider äußerte sich erfreut, dass die Kapitalspritze trotz schwieriger Marktbedingungen zustande kam. Mit ihr werde ein teurer Kredit von Goldman Sachs über 750 Mill. Euro abgelöst. Der größte Kabelnetzbetreiber Europas, künftiger Mehrheitsaktionäre der Mainzer Primacom AG, erwägt eine Aktienemission oder andere Kapitalplatzierung, sobald sich das Börsenklima verbessert.

Die Wandelanleihe ersetzt die im Februar angekündigte Bezugsrechtsemission über 1,5 Mrd. Euro. Aus ihr wurde nichts, weil sich die damit zusammenhängende Übernahme von UGC durch Liberty Media verzögert und der Aktienkurs von UPC unterdessen stark unter den geplanten Ausgabepreis von 8 Euro sackte. Die Übernahme von UGC ist nun für das dritte Quartal angepeilt. Im Zuge einer komplizierten Transaktion erhält Liberty Media die Stimmrechtsmehrheit. Der gestern bekannt gemachte Plan bedarf der Zustimmung der UGC-Aktionäre. Dann überträgt Liberty Media die UPC-Wandelanleihe auf UGC.

Sie kann aber erst in Aktien umgesetzt werden, wenn UPC neues Eigenkapital auftreibt. Hierfür sind minimale Ausgabepreise für die nächsten fünf Jahre festgelegt. Gibt UPC in den ersten zwei Jahren Aktien für mindestens 8 Euro aus, wird pro Euro frischem Kapital 1 Euro der Anleihe in Aktien gewandelt. Nur falls sich UPC?s Aktienkurs binnen 18 Monaten fast verdoppelt und dann die meiste Zeit wenigstens 12 Euro beträgt, wird die Anleihe automatisch in Aktien umgesetzt.

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