Kabinett
Italien: Postfaschist Fini wird Vize-Regierungschef

Der neue Ministerpräsident Silvio Berlusconi stellte sein Kabinett vor. Dabei wurde klar: Er gab dem Drängen seiner Koalitionspartner nach.

ap ROM. Der neue italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat am Sonntag seine Regierungsmannschaft vorgestellt. Dabei gab er auch dem Drängen seiner Koalitionspartner nach: So wird der Vorsitzende der ehemals neofaschistischen rechtsgerichteten Nationalen Allianz (AN), Gianfranco Fini, stellvertretender Ministerpräsident und Roberto Castelli von der Lega Nord Justizminister. Außenminister wird der parteilose frühere Leiter der Welthandelsorganisation (WTO), Renato Ruggiero.

Seine beiden engsten Verbündeten, der Lega-Nord-Chef Umberto Bossi und der AN-Vorsitzende Fini, hatten sich zuvor enttäuscht gezeigt, weil Berlusconi ein Mitglied seiner eigenen Partei Forza Italia zum Parlamentspräsidenten gemacht hatte. Sie drängten auf wichtige Posten in der 59. italienischen Nachkriegsregierung. Bossi, der früher Norditalien vom Rest des Landes loslösen wollte, leitet nun das Ministerium für Reformen und Dezentralisierung.

Berlusconi ist bereits zum zweiten Mal Ministerpräsident, nachdem Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi die ihm vorgelegte Kabinettsliste nach einer 20minütigen Unterredung akzeptierte. "Ich bin zufrieden, dass es mir gelungen ist, eine exzellente Mannschaft zusammenzustellen, die Innovation, Freiheit und soziale Sicherheit für alle Bürger garantieren kann", sagte Berlusconi.

Vereidigt wird die neue Regierung am Montag, danach findet die Vertrauensabstimmung im Parlament statt, in dem Berlusconis Bündnis "Haus der Freiheiten" seit der Wahl am 13. Mai über solide Mehrheiten verfügt. Bossi und Fini waren bereits 1994 Berlusconis Partner, als dieser sieben Monate lang Ministerpräsident war. Berlusconi musste nach sieben Monaten zurücktreten, weil Bossi die Koalition verlassen hatte.



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