Kabinettsspekulationen
Stoibers Erben stehen in den Startlöchern

Bei der Wahl im Jahr 2008 ist Stoiber 67 Jahre alt und könnte also getrost in Ruhestand gehen. Schon stehen die ersten Nachfolger in den Startlöchern.

HB/dpa MÜNCHEN. Wer wird das Erbe von Edmund Stoiber als bayerischer Ministerpräsident antreten können? Offiziell will die CSU von dieser Frage nichts wissen. Dennoch bestimmen die Personalentscheidungen nach der Landtagswahl mit darüber, wer wie in den Startlöchern steht.

Der frühere Bundesgesundheitsminister Horst Seehofer (54), kürzlich von Ex-Parteichef Theo Waigel listig ins Gespräch gebracht, hätte nach allgemeiner Einschätzung das politische Kaliber für den Posten. Allerdings ist der Sozialexperte nach eigenem Bekunden mit Leib und Seele Bundespolitiker. Zudem fehlt ihm eine Hausmacht in der Landtags-CSU, die seit jeher die Rolle des Königsmachers spielt.

Die Führung der CSU-Truppe im Münchner Maximilianeum ist deshalb eine Schlüsselposition. Sie könnte im Herbst unangefochten dem bayerischen Staatskanzleichef und früheren CSU-Generalsekretär Erwin Huber (57) zufallen, der schon während Stoibers Kanzlerkandidatur erster Anwärter auf die "Thronfolge" war. Allerdings liebäugelt der umtriebige Niederbayer auch mit einer Rückkehr ins Finanzministerium.

Stoibers wohl engster Weggefährte, Innenminister Günther Beckstein, wäre als stellvertretender Ministerpräsident von Amts wegen für den Posten prädestiniert, ist jedoch nur zwei Jahre jünger als der Bayern-Regent. Vom Alter her eher geeignet wäre Kultusministerin Monika Hohlmeier. Die 41-jährige Tochter des früheren Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß (1978-1988) hat allerdings zunächst eine gewaltige Bewährungsprobe vor sich: Als neue Chefin der Münchner CSU muss sie zunächst den seit Jahren von Affären und Intrigen geschüttelten Bezirksverband in den Griff kriegen.

Sozusagen aus Familientradition fühlt sich auch CSU - Generalsekretär Thomas Goppel (56) zu Höherem berufen. Der Sohn des einst beliebten "Landesvaters" Alfons Goppel (1962-1978) und frühere Umweltminister hat zwar von Stoiber die Zusage, ins Kabinett zurückzukehren - auf welchen Posten, ist freilich noch offen. Insgesamt ist in der Politikergeneration nach Stoiber die Personaldecke bei der CSU ausgesprochen dünn. Die Parteioberen verweisen deshalb gern auf die vielen neuen Kandidaten bei der Landtagswahl. Wer weiß - vielleicht bleibt ihnen ja genug Zeit, sich zu profilieren. Denn es gilt keineswegs als ausgeschlossen, dass Stoiber nach fünf Jahren nochmal eine Runde dranhängt.

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