Kadaversprengungen nicht beliebt
Kuh landet bei Sturz von Almwiese auf Motorhaube

In Österreich ist eine Kuh nach dem Sturz von einer Almwiese auf dem Auto eines Ehepaares gelandet. Der Salzburger Polizei zufolge fiel die Kuh auf der Felbertauernstraße im Salzburger Pinzgau aus etwa fünf Meter Höhe von einer Galerie zur Sicherung vor Lawinen.

Reuters WIEN. Das Tier schlug auf der Motorhaube des fahrenden Autos auf und überlebte nicht. Die Frau des Fahrers habe Verletzungen erlitten und sei ins Krankenhaus gebracht worden, teilte die Polizei am Donnerstag weiter mit.

Auf den Wiesen des Alpenlandes grasen nach Angaben des Verbands der Rinderzüchter rund zwei Millionen Kühe und Kälber der braun-weiß gescheckten Rasse Fleckvieh. Almen liegen in sehr steilem und unwegsamen Gelände in 2 000 bis 2 500 Meter Höhe. Dass Kühe verunglückten, sei nicht selten, sagte ein Sprecher des Verbands. "Aber dass eine Kuh genau auf eine Straße und auch noch auf ein Auto fällt, ist ein Jahrhundertereignis."

Kühe stellten sich am Berg an sich nicht ungeschickt an. "Sie müssen einmal sehen, wie eine hochträchtige Kuh eine Wiese raufläuft – das ist schon beeindruckend", versicherte der Sprecher. Dennoch würden pro Jahr rund 7,2 % des Bestandes "gealpt". Das ist der Ausdruck für Todesfälle von Kühen auf Weiden. Insgesamt sind danach etwa 144 000 Stück Vieh betroffen. Eine der häufigsten Unfallursachen sei Tod durch Blitzschlag.

Durch Abstürze kommen dem Verband zufolge oft Jungtiere um, die im Klettern nicht geübt seien. "Es kann auch sein, dass Wespen oder Hornissen die Kuh an empfindlichen Stellen stechen und das Tier dann in Panik herumläuft", sagte der Sprecher. Kühe rutschen auch auf nassen Wiesen aus oder wenn der Boden oder Felsvorsprünge unter ihrem Gewicht nachgeben. "Eine dauerträchtige Milchkuh wiegt so zwischen 500 und 600 Kilo", sagte der Sprecher. Am Auto des Ehepaares aus Niederösterreich verursachte die gefallene Kuh wohl auch deshalb einen Totalschaden.

Im Verband der Rinderzüchter wird gerätselt, wie es zum Absturz auf die Straße kommen konnte. "Normalerweise sind Weiden mit einem Zaun gesichert, der unter Spannung steht", sagte der Sprecher. Das sei vor allem wichtig, wenn die Kühe in der Nähe von Straßen weideten. "Sonst würden die ja dauernd auf der Straße stehen." Durch einen leichten Stromschlag lernten schon die Kälber, dass sie besser nicht versuchen sollen, die Hälse nach anderen grünen Wiesen zu recken.

Wenn Kühe auf den Almen verunglücken, müssen sie zumeist mit dem Hubschrauber ins Tal geflogen werden. Mit einem Traktor kommt man nicht so hoch ins unwegsame Gelände. Verrottende Kuhkadaver sind aber kein schöner Anblick für Wanderer und können zudem das Grundwasser verseuchen. Der Hubschraubertransport kommt mit mehr als 1 000 ? teuer. Auf die in Vorarlberg erprobte billigere Methode der Sprengung der toten Kühe für etwa 35 ? mussten die Bauern in dem Bundesland vor einem Jahr wieder verzichten. Tourismusverbände hatten Bedenken geäußert, dass explodierende Kuhkadaver Urlauber, die in den Alpen wanderten, erst recht verschrecken könnten.

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