Käfer-Nachfolger dreht in Puebla bereits seine Runden
Beetle Cabrio soll VW in Mexiko wieder auf Kurs bringen

Das Beetle Cabrio dreht bereits auf der Teststrecke des mexikanischen Volkswagenwerkes in Puebla - vor den Augen der Öffentlichkeit verborgen - seine Runden. Von Januar an soll die aufklappbare Version des Käfer-Nachfolgers New Beetle den Weltmarkt erobern und VW in Mexiko nach einer zweijährigen Durststrecke wieder auf Wachstumskurs führen.

HB/dpa PUEBLA. Das VW-Werk rund 125 Kilometer südöstlich von Mexiko-Stadt ist nicht nur das weltweit einzige, in dem seit 1998 bereits der New Beetle in seiner Standardversion gebaut wird. Es ist auch das letzte, in dem noch der alte Käfer vom Band läuft. Dessen Tage sind allerdings gezählt.

Nach Aussage des Vorstandsvorsitzenden von Volkswagen de México, S.A. de C.V., Reinhard Jung, sollen 2003 weltweit rund 60 000 Beetle Cabrios verkauft werden, davon 38 000 in den USA. Damit wolle VW an die Erfolgsgeschichte der New Beetle-Limousine anknüpfen, von der seit Markteinführung Anfang 1998 rund 570 000 Stück verkauft wurden. "Das ist erfreulicherweise erheblich über dem ursprünglich geplanten Volumen. Der New Beetle war nicht bloß ein emotionaler, sondern auch ein wirtschaftlicher Erfolg", sagt Jung.

Allerdings hat auch VW-Mexiko die weltweite Rezession zu spüren bekommen. Nach der Rekordzahl von 425 703 Fahrzeugen 2000 ging die Fertigung auf 380 711 im vorigen und voraussichtlich 340 000 in diesem Jahr zurück. Für das nächste Jahr rechnet Jung wieder mit einem deutlichen Produktionsanstieg.

Das meistgebaute Auto am Standort Mexiko ist mit 880 Stück pro Tag der dem Bora baugleiche Jetta, gefolgt vom New Beetle mit 330 Stück. Der Bau des Golf Cabrios wurde Mitte des Jahres eingestellt. Vom alten Käfer laufen, ausschließlich für den nationalen Markt, noch 80 Stück pro Tag vom Band, doch ist sein Ende in spätestens zwei Jahren besiegelt.

Nach Aussage Jungs treten Ende 2004 in Mexiko strengere Abgasnormen in Kraft. Eine Nachrüstung des alten Käfers sei nicht beabsichtigt. "Nach unserer derzeitigen Erwartung ist Ende 2004 Schluss. Ich schließe aber auch nicht aus, dass das schon nächstes Jahr passieren wird", sagt Jung.

Jung verweist darauf, dass die Zahl der in Mexiko angebotenen Autotypen in jüngster Zeit drastisch gestiegen sei und es deshalb auch im unteren Preissegment viel Konkurrenz für den VW-Käfer gebe. Positiv wertet der VW-Chef daher die Ankündigung aus Wolfsburg, ein billiges Einstiegsmodell zu entwickeln. Denn nur was seine äußere Form anbelangt ist der New Beetle ein Käfer-Nachfolger - vom Preis her ist er für den typischen mexikanischen Käfer-Käufer unerschwinglich.

Von der gesamten VW-Produktion in Mexiko werden 80 Prozent exportiert, hauptsächlich in die USA. Jung gibt dem Standort Mexiko gute Noten. Mexiko sei zwar kein Billiglohnland mehr; die Löhne lägen im europäischen Vergleich über Portugal, Tschechien oder Ungarn. Es gebe aber eine gute Infrastruktur und ein leistungsfähiges Lieferantennetz, die es erlaubten, wettbewerbsfähig zu produzieren.

Mit knapp 14 000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von sieben Milliarden US-Dollar ist Volkswagen das größte deutsche Unternehmen in Mexiko. Alle Wettbewerber einberechnet werden in Mexiko rund zwei Millionen Autos pro Jahr gebaut - mit denen das lateinamerikanische Land weltweit an neunter Stelle rangiert. "Die Automobilindustrie in Mexiko produziert erheblich für den Export. Das zeigt, dass der Standort Mexiko wettbewerbsfähig ist", sagt Jung.

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