Kältewelle in den USA
Anhaltende Gewalt in Israel treibt Ölpreise

Der gewaltsame Konflikt von Israelis und Palästinensern hat am Montag nach Händlerangaben erstmals zu höheren Ölpreisen geführt.

Reuters LONDON. Analysten sagten, es herrsche die Sorge, dass die Gewalt zwischen beiden Völkern derart eskaliere, dass sich die arabischen Ölstaaten genötigt sehen könnten, auch mit den Mitteln der Exportpolitik zu Gunsten der Palästinenser in den Konflikt einzugreifen. "Dies bleibt aber zu diesem Zeitpunkt noch eine weit entfernte Möglichkeit", sagte Lawrence Eagles von GNI in London. Gleichzeitig ließ eine frühe Kältewelle im Nordosten der USA die Bedenken wegen der knappen Heizölreserven wieder aufleben und verstärkte den festeren Preistrend.

Ein Barrel (159 Liter) der führenden Nordseemarke Brent, dessen Preis in der vergangenen Woche auf bis zu 35 $ gestiegen und nach der Auktion in den USA wieder auf unter 30 $ gesunken war, verteuerte am Montag wieder. Gegen 13.05 Uhr MESZ kostete ein Barrel aus dem Novemberkontrakt 30,70 $ und damit 60 Cents mehr als bei Handelsschluss am Freitag. Auch die führende US-Marke WTI stieg im Preis und lag um die gleiche Zeit bei 31,57 (plus 0,71) $.

Jüdische Siedler hatten am Sonntag von Arabern bewohnte Häuser in der Stadt Nazareth angegriffen und dabei mindestens einen Palästinenser getötet. Auch am Montag kamen zwei Palästinenser bei Angriffen jüdischer Siedler in den West-Bank-Städten Ramallah und Qalqiliya ums Leben. Zwei Palästinenser seien Verletzungen erlegen, die sie bereits vor Tagen erhalten hätten, hieß es. Damit stieg die Zahl der Toten des seit zwölf Tagen andauernden Konflikts auf 89. Die jüngsten Opfer bestärkten Befürchtungen, dass das von der israelischen Regierung gesetzte Ultimatum bis zum Montagabend verstreichen werde und danach mit einer militärischen Eskalation zu rechnen sei.

Der libysche Staatschef Muammar el Gaddafi sowie der syrische Präsident Bashar el-Assad wollen sich in dieser Woche zu Gesprächen in Saudi-Arabien treffen. Das Königreich und Libyen sind Mitglied in der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC), deren Mitglieder nach eigenen Angaben rund 60 % des globalen Rohölbedarfs fördern. Am 21. Oktober beginnt das Gipfeltreffen der Arabischen Liga in Kairo.

Ein Kältewelle im Nordosten der USA ließ derweil neue Sorgen wegen der knappen Heizöllager aufkommen. Zwar hätte die Auktion von 30 Mill. Barrel Öl aus den strategischen Reserven der USA in der vergangenen Woche die Preise von ihren Hochs zurückgebracht, sagten Händler. Man bleibe jedoch darauf bedacht, dass die Bestände weiterhin niedrig seien.

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