Kämpfe und Festnahmen
Israelische Armee rückt in zwei Palästinenser-Orte vor

Israelische Panzer und Soldaten sind in der Nacht zu Donnerstag vorübergehend in palästinensisch verwaltetes Gebiet eingedrungen. Mindestens 13 Palästinenser seien verletzt worden, berichteten palästinensische Augenzeugen.

Reuters GAZA-STADT. Die israelische Armee teilte mit, sie sei in das palästinensische Flüchtlingslager Chan Junis im Gaza-Streifen eingerückt und habe dort mehrere Gebäude zerstört, aus denen die nahe gelegene jüdische Siedlung Gusch Katif beschossen worden sei. Palästinensische Sicherheitskräfte berichteten, auch in das Dorf Schawara unweit von Bethlehem im Westjordanland seien Panzer vorgedrungen. Die israelische Armee teilte mit, Ziel der Aktion sei die Verhaftung militanter Palästinenser gewesen. Sie habe sich nach einigen Stunden aus beiden Gebieten wieder zurückgezogen.

Kurz nach Mitternacht seien zwölf Panzerfahrzeuge, Panzer und Planierraupen 700 Meter in Chan Junis vorgerückt, sagten palästinensische Augenzeugen. Vier Gebäude seien in Brand geraten. Bei Schusswechseln seien mindestens 13 Palästinenser verletzt worden. Hunderte Menschen hätten ihre Häuser verlassen, als Hubschrauber über das Lager gekreist seien.

Die israelische Armee teilte mit, aus Chan Junis seien mindestens zehn Granaten auf Gusch Katif abgefeuert worden. Am Mittwoch war bei einem Angriff auf die Siedlung ein Soldat verletzt worden.

In Schawara seien acht Palästinenser festgenommen worden, teilten palästinensische Sicherheitskräfte mit. Die israelische Armee ist seit Beginn des Palästinenser-Aufstandes vor 13 Monaten wiederholt in palästinensisch verwaltete Gebiete im Gaza-Streifen und im Westjordanland vorgerückt. Israel gibt Sicherheitsgründe für die Aktionen an. Nach dem tödlichen Anschlag auf einen Minister im vergangenen Monat war die israelische Armee in sechs Palästinenser-Ortschaften eingerückt, hatte sich aus vier Städten jedoch wieder zurückgezogen. Bislang widersetzt sich Israel US-Forderungen, auch aus den anderen zwei Städten abzuziehen.

Am Donnerstag wird eine ranghohe Delegation der Europäischen Union (EU) in Israel erwartet. Kommissions-Präsident Romano Prodi wird begleitet vom außenpolitischen Koordinator der EU, Javier Solana. Über ihr Programm wurden zunächst keine Einzelheiten bekannt.

Aus US-Diplomatenkreisen in Washington verlautete, der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon werde Anfang Dezember mit US-Präsident George W. Bush zusammenkommen. Scharon hatte eine für Anfang November geplante USA-Reise auf unbestimmte Zeit verschoben. Als Grund hatte sein Büro Sicherheitsbedenken angegeben.

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