Käufe zweier Wasserversorger in den USA und Frankreich sind geplatzt
Eon bricht Übernahmen ab

Die Expansionspläne des Düsseldorfer Energiekonzerns Eon AG haben einen weiteren Dämpfer erhalten. Eon hat die Übernahme-Verhandlungen mit dem US-Wasserversorger Azurix abgebrochen. Dies bestätigte Hans-Dieter Harig, Vorstandschef der Eon Energie AG, dem Handelsblatt. Auch der Erwerb des drittgrößten französischen Wasseranbieters Saur ist gescheitert.

mhm/ews/jsn DÜSSELDORF. Damit ist der Traum von Eon-Chef Ulrich Hartmann, den Konzern im Kerngeschäft Energie - Strom, Gas und Wasser - international in die Spitze zu bringen, einstweilen geplatzt. Schon im August musste Eon die sehr weit gediehenen Fusionsgespräche mit dem Wassergiganten Suez Lyonnaise des Eaux, Paris, auf der Zielgeraden beenden. Damals stimmte die Chemie zwischen den Unternehmen nicht. Bewertungsfragen konnten nicht gelöst werden. Nun soll auch die Übernahme des US-Versorgers Azurix, der 1999 gut 618 Mill. $ umsetzte, am Streit über die Bewertungsfrage gescheitert sein, heißt es in der Branche. Dabei will sich der US-Energiekonzern Enron schon länger von seiner erst 1998 gegründeten Tochter Azurix trennen.

Die Gespräche mit Saur hat Eon dagegen schon in einem frühen Stadium abgebrochen. Offiziell gilt daher die Sprachregelung: "Wir führen keine Verhandlungen mit Saur." Die Franzosen erzielten 1999 einen Umsatz von 2,3 Mrd. Euro.

Nach dem Scheitern der Wasserpläne gerät Eon-Chef Hartmann gegenüber dem Konkurrenten RWE AG, Essen, ins Hintertreffen. Denn RWE-Chef Dietmar Kuhnt konnte in dieser Woche die endgültige Übernahme der Thames Water in Großbritannien vermelden. Damit rücken die Essener weltweit auf den dritten Rang unter den Wasserversorgern vor - hinter die französischen Konzerne Suez und Vivendi. Im Gegensatz dazu hat Eon im Wassergeschäft kaum noch Möglichkeiten für schnelles Wachstum über Großakquisitionen. Stattdessen setzt der Konzern nun auf eine Strategie der kleinen Schritte. Eon hat die Wachstumspläne damit nur in der Sparte Strom erfolgreich verwirklichen können. Durch die Fusion von Veba und Viag zur Eon haben die Düsseldorfer den Sprung auf den vierten Rang in Europa und die betriebswirtschaftlich optimale Größe geschafft. Nur die Staatsunternehmen Electricité de France und Italiens Enel sind wesentlich größer.

Nachholbedarf in der Gas-Sparte

An dritter Stelle rangiert die RWE AG, die sich nach der Fusion mit der Dortmunder VEW einen kleinen Vorsprung vor Eon erhalten hat. Dagegen muss Eon in der Sparte Gas noch aufholen. Darum versucht Vorstandschef Hartmann seit Monaten, bei Europas größtem Gashändler, der Ruhrgas AG, die Mehrheit zu bekommen. Unterstützt wird er dabei von Klaus Liesen, der den Aufsichtsräten von Eon und Ruhrgas vorsteht. Wegen der komplizierten Beteiligungsverhältnisse bei der Ruhrgas dürfte dies ein langwieriger und teurer Einstieg werden.

Die Mitaktionäre, neben Thyssen-Krupp und Mannesmann/Vodafone auch große Ölkonzerne wie BP, Shell oder Exxon-Mobil, werden sich nur gegen hohes Aufgeld von Ruhrgas trennen wollen. Diskutiert wird darüber, für die Mehrheitsübernahme einen Paketaufschlag von bis zu 30 % zu verlangen. Der aktuelle Marktwert der Ruhrgas AG beträgt mehr als 10 Mrd. Euro.

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