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Käufer im Sommerurlaub

Die Wall Street war vielversprechend in den Handel gestartet. Doch zu Börsenschluss zogen die großen Indizes dann doch ins Minus. Auf dem Parkett war zu spüren, dass selbst Amerikaner von Zeit zu Zeit Urlaub machen. Geringe Umsätze waren ein deutlicher Beleg dafür.

Der Dow Jones Index büßte zu Handelsschluss drei Pünktchen ein und beendete den Tag bei 10412 Zählern. Der Nasdaq Composite schloss bei 1964 Zählern, ein Minus von 0,9 Prozent. Einen deutlichen Kursverfall musste am Nachmittag AOL Time Warner verzeichnen. Bereits am Montag waren Spekulationen aufgekommen, dass der Medienkonzern plane, bis zu 1000 Mitarbeiter zu entlassen. Seitens des Brokerhauses Lehman Brothers wird zudem befürchtet, dass AOL Time Warner mit den Geschäftszahlen enttäuschen könnte. Hintergrund sei die weiterhin schwache Anzeigenlage vor allem im Internetbereich. Was an den Gerüchten dran ist, bleibt abzuwarten. Zumindest hat die Nachricht das Papier um rund sieben Prozent belastet. Auch andere Medienwerte wie Viacom tendierten deutlich schwächer. Auch Microsoft musste im Handelsverlauf Federn lassen. Die Spielkonsole Xbox, die ursprünglich im Herbst auf den Markt kommen sollte, liegt hinter dem Produktionsplan zurück. Nach Angaben des Brokerhauses Thomas Weisel Partners ist für die Verspätung hauptsächlich Intel verantwortlich. Der Chiphersteller schaffe es demnach nicht, seine Komponenten rechzeitig zuzuliefern. Im Halbleitersektor gerieten auch die AMD Papiere unter Druck. Laut Pressemeldungen vom Dienstag wird IBM die Verwendung von Advanced Micro Devices Chips in, für den nordamerikanischen Markt bestimmte, PCs einstellen. Wesentlich erfreulicher fiel der Blick auf den amerikanischen Einzelhandel aus. Die Umsatzzahlen lagen im Juli über den Erwartungen. Auch die Geschäftszahlen von Home Depot haben positiv überrascht. Immerhin die Schätzungen erfüllt haben die Gewinnzahlen des größten Einzelhandelskonzerns Wal-Mart. Die Aktien von Home Depot legten rund zwei Prozent zu. Auch Wal-Mart schaffte nach anfänglichen Verlusten den Sprung in die Gewinnzone. Neue Entlassungen stehen bei Tyco und der Citigroup vor der Tür. Der Mischkonzern plant, bis zu 2000 Mitarbeiter auf die Straße zu setzen. Der größte US-Finanzdienstleister plant, im kommenden Jahr 3.500 Arbeitsstellen oder 1,4 Prozent der Belegschaft zu streichen. Der Netzwerkausrüster 3Com wird eine Etage höher ansetzen. So soll der Vorstand deutlich verkleinert werden. Insgesamt sollen sechs der 14 Vorstandsmitglieder gehen. Aufsichtsratschef Eric Benhamou bleibt auf seinem Posten. Doch nicht nur an der Spitze wird Personal eingespart: Vorstandschef Bruce Claflin wird in diesem Jahr knapp 40 Prozent der Beschäftigten entlassen. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel: Nach Handelsschluss haben Applied Materials, BEA Systems und Network Appliance ihre Geschäftszahlen veröffentlicht. Der Chipausrüster Applied Materials hat die Gewinnerwartungen im dritten Quartal mit fünf Cents pro Aktie um zwei Cents übertroffen. Die geringere Chipnachfrage übe jedoch Druck auf die Auftragslage aus, so das Unternehmen. Die Sparwelle soll ersten Angaben zufolge fortgesetzt werden. Das Softwareunternehmen BEA Systems meldet für das zweite Geschäftsquartal einen Gewinn in Höhe von zehn Cents pro Aktie. Die Konsensschätzungen lagen bei neun Cents. Für die zweite Jahreshälfte warnt das Management davor, dass die Umsatzziele zu hoch gesteckt sein könnten. Der Dritte im Bunde, Network Appliance, hat die Gewinnerwartungen mit einem Cent pro Aktie erfüllt. Auch hier pendelt der Rotstift weiterhin über dem Anbieter von Speicherlösungen. So kündigte das Unternehmen an, 200 Stellen zu streichen.

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