Käuferstreik
Direktbanken vor weiteren Zahlen fast ohne Handelsumsatz

Der Aktienhandel der Direktbanken Comdirect und Direktanlagebank ist am Dienstag nach Veröffentlichung der Halbjahreszahlen des Mitbewerbers Consors nahezu zum Erliegen gekommen.

dpa-afx FRANKFURT. Die Wettbewerber wollen in den kommenden Tagen über den Verlauf des ersten Halbjahres Rechenschaft ablegen. Während der Nemax 50 um 2,39 % auf 1 158,22 Stellen unter etwas höheren Umsätzen zulegte, sprachen Händler vom Käuferstreik bei den Direktbanken.

Die Aktien der Direktanlagebank lagen im Xetra-Handel des Neuen Marktes um 14.00 Uhr unverändert auf 14,40 Euro. Der Handelsumsatz addierte sich auf knapp über 26 000 Euro. Am vorherigen Tag wurden knapp 720 000 Euro im Tagesverlauf umgesetzt.

"Vor der Bekanntgabe der Zahlen traut sich niemand, in die Werte zu investieren, denn die Halbjahresbilanz wird schlecht werden", begründete ein Aktienhändler den Käuferstreik. Wie schlecht werde sich noch zeigen, hieß es.

Die Zahlen, die Consors vor Börsenbeginn vorgelegt haben, hätten kaum für Optimismus gesorgt, sagte der Börsianer. Consors -Papiere verteuerten sich um 0,88 % auf 14,88 Euro. Die Aktie der Comdirect stieg mit einem Handelsvolumen von 5 656 Stück um 3,45 % auf 8,69 Euro. Am vergangenen Montag wurden noch über 123 000 Aktien gehandelt.

"Zu den schlechten Zahlen kommen noch ungewisse Aussichten"

Die Direktbanken würden neben den schlechten Zahlen auch unter einer ungewissen Zukunft leiden, sagte ein anderer Börsianer. Der Sparkassenverbund mit seinen vielen Privatkunden sei noch nicht mit einem einheitlichen Auftritt bei den Privatkunden vertreten, sagte der Börsianer. Dies sei aber geplant.

Bei dem Bemühen um Wachstum und Profit sprächen die Discountbroker verstärkt Kunden der "zweiten Welle" an: Diese wertpapier- und internetunerfahrenen Aktiensparer sind derzeit die Geschäftspartner der Filialbanken und Sparkassen. Damit wäre der Konkurrenzkampf mit den Muttergesellschaften Commerzbank (Comdirect) und Hypo-Vereinsbank (Direkt Anlage Bank) entfacht. Dies schrieben Volker von Krüchten und Philipp Häßler, Analysten der BHF-Bank, in einer Studie im Juni.

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