Kahn-Kritik an Vereinsführung - Trainer will Abstand gewinnen
Ende einer Schmierenkomödie

Bis in die frühen Morgenstunden des Dienstags haben die drei Herren im Haus von Uli Hoeneß, dem Manager des FC Bayern München, getafelt. Und offensichtlich nahm die Runde für alle Beteiligten einen befriedigenden Verlauf, was ja nach dem unwürdigen Schauspiel der letzten Tage nicht unbedingt zu erwarten war. Doch mit den Fakten, die bis halb zwei morgens geschaffen wurden, konnten sich Hoeneß, Ottmar Hitzfeld und Michael Henke anfreunden: Trainer Hitzfeld und sein Kotrainer werden den Fußball-Bundesligisten zum Saisonende verlassen. Hitzfelds Vertrag galt eigentlich bis zum 30. Juni 2005.

HB MÜNCHEN/GYÖR. Sicher ist, dass Felix Magath - noch Trainer beim VfB Stuttgart - die Nachfolge des 55 Jahre alten Hitzfeld antritt. Hoeneß bestätigte gestern Abend, dass ein Vertrag mit Magath schon vor mehreren Wochen unterzeichnet wurde.

Der Abgang Hitzfelds markiert das Ende einer Schmierenkomödie. Noch vor kurzem hatten die Verantwortlichen beim FC Bayern so getan, als sei an Hitzfeld nicht zu rütteln. Uli Hoeneß wollte die Ergebnisse des Abends von Ottobrunn eigentlich erst nach dem letzten Bundesligaspiel der Bayern am Sonnabend gegen Freiburg verkünden. In einem Interview mit der Münchner Abendzeitung vom Mittwoch wurde der Manager dann aber konkret. "Ich habe Ottmar die Erklärung gegeben, und die hat er auch akzeptiert", wird Hoeneß zitiert.

Hitzfeld soll wegen der vorzeitigen Vertragsauflösung eine Abfindung von rund 4,5 Millionen Euro erhalten. Er war seit 1998 Trainer in München. Der erfolgreichste deutsche Vereinstrainer gewann mit den Bayern 2001 die Champions League, er wurde viermal Meister und zweimal DFB-Pokalsieger. Hitzfeld habe die Entscheidung gefasst aufgenommen, sagte Hoeneß. "Wir haben in lockerer, gelöster Atmosphäre gesprochen und gegessen." Der scheidende Trainer sprach von einem "harmonischen Gespräch mit guter bayerischer Küche". Er werde nun versuchen, "noch das Beste für den FC Bayern zu geben".

Ausschlaggebend sei das 1:3 gegen Werder Bremen vor zehn Tagen gewesen. "Das Spiel hat die Welt verändert. Da ist mir klar geworden, dass wir nicht noch ein Jahr durchstehen. Nach dem Spiel fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Es geht nicht", sagte Hoeneß. Ob wie allgemein spekuliert Felix Magath vom VfB Stuttgart als Hitzfeld- Nachfolger zu den Bayern kommen wird, wollte der Manager nicht bestätigen: "Das werden wir am Wochenende nach dem Ende der Bundesliga bekannt geben." Hitzfeld wird somit im "Endspiel" um die direkte Champions-League-Qualifikation am Samstag gegen den SC Freiburg zum letzten Mal bei einem Bundesliga-Spiel als Trainer auf der Bayern-Bank sitzen.

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