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Kahn sucht neue Herausforderung für WM 2006

Almancil/München (dpa) - Einen Tag vor dem EM-Auftakt gegen die Niederlande hat Oliver Kahn erstmals einige Beweggründe für seine Wechsel-Ambitionen ins Ausland preisgebeben.

Almancil/München (dpa) - Einen Tag vor dem EM-Auftakt gegen die Niederlande hat Oliver Kahn erstmals einige Beweggründe für seine Wechsel-Ambitionen ins Ausland preisgebeben.

Der Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft sucht in einem Abschied vom FC Bayern München vor allem eine neue Motivation und sportliche Herausforderung auf dem Weg zur WM in Deutschland. «Es ist das Wichtigste, dass ich mein Leistungsniveau bis 2006 halte. Nach einem Jahrzehnt in einem Verein ist es völlig normal und angebracht, dass man eine neue Herausforderung sucht und annimmt», sagte Kahn in einem Interview mit dem Deutschen Sportfernsehen (DSF).

Offenbar hat der enttäuschende Verlauf der vergangenen Saison, in der sich Kahn auch persönlich ungewöhnlich viele Fehler geleistet hatte, den Impuls für einen angestrebten Vereinswechsel ausgelöst. Der Bayern-Kapitän, der am Tag des EM-Auftaktspiels gegen die Niederlande 35 Jahre alt wird und beim Rekordmeister noch bis zum 30. Juni 2006 unter Vertrag steht, bezeichnete das Jahr ohne Titelgewinn als «Durchschnitt».

Ungeachtet der offenen sportlichen Zukunft steht für Kahn fest, dass er nicht direkt nach seiner aktiven Laufbahn ins Management des FC Bayern wechselt. «Das hört sich gut an, aber das ist jenseits der Realität», erklärte er zu Plänen, dass er 2006 Manager Uli Hoeneß nachfolgen könnte. Einen Zeitpunkt für ein Karriere-Ende hat er noch nicht festgelegt: «So weit bin ich noch nicht.»

Ein möglicher Wechsel ins Ausland, für den Hoeneß eine utopische Ablösesumme von 30 Millionen Euro ins Gespräch gebracht hatte, würde Kahn auch privat mehr Ruhe geben. «Das kommt sicherlich noch dazu, auch wenn ich nicht so naiv bin zu denken, ich wäre dann auf einer Insel der Glückseligkeit», sagte der Bayern-Kapitän dem DSF. Allerdings habe er die ungestörte EM-Vorbereitung im Schwarzwald und in Portugal genossen. «Ich merke bei der Nationalmannschaft, dass ich mich auf wesentliche Dinge konzentrieren kann. Da kehren wieder Ruhe und ein gewisser Spaß ein.»

Bei der EM will Kahn, der im Prestigeduell gegen die Niederlande sein 70. Länderspiel bestreitet, den Beweis antreten, dass er immer noch «zu den Besten in diesem Job» gehört. Darum habe er seine Zukunftspläne auch bis nach dem Turnier zurückgestellt.

Der frühere Nationaltorhüter Harald «Toni» Schumacher hat Kahn zu einem Wechsel ins Ausland ermutigt. «Es ist einfach der neue Horizont, der sich da auftut. Die Menschen, die Sprache, die andere Kultur - das prägt einen», sagte der Europameister von 1980 der Münchner «Abendzeitung». Schumacher hat seine Zeit im Ausland als sehr positiv empfunden. «Mir hat meine Zeit bei Fenerbahce Istanbul unglaublich gut getan», berichtete er.

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