Kairo sucht Betreiber für Airports: Ägypten plant Privatisierung der Flughäfen

Kairo sucht Betreiber für Airports
Ägypten plant Privatisierung der Flughäfen

Im Februar führten ägyptische Flugsektor-Verantwortliche eine so genannte "Roadshow" in europäischen Metropolen durch, um den dortigen Flughafenfirmen das Management von sechs heimischen Flughäfen anzubieten. Experten gehen davon aus, dass die Airports durchaus das Interesse der europäischen Betreiberfirmen finden werden.

bfai KAIRO. Eine hochrangige Delegation ägyptischer Verantwortlicher hat gleich mehreren renommierten europäischen Flughafenunternehmen einen "Blitzbesuch" abgestattetet und mit der Aufforderung konfrontiert, das Management von sechs der lukrativsten internationalen Airports des Landes zu übernehmen. Zu den Adressaten gehört etwa das Unternehmen Fraport, das für Betrieb und Ausbau des Frankfurter Flughafens verantwortlich ist und dem Vernehmen nach auf Anhieb Interesse äußerte.

Ebenso wird etwa das französische Unternehmen Aeroports de Paris für die Übernahme eines Managementvertrages gehandelt. Auf Drängen der Weltbank ist eine internationale Bank, BNP Paribas, als finanzieller Berater der ägyptischen Verantwortlichen für die Vergabe des Managements bestimmt worden.

Die ägyptische Politik hatte im Gefolge der für die internationale und natürlich auch für die ägyptische Luftfahrt desaströsen Ereignisse des 11. November 2001 eine drastische Kehrtwendung seiner Strategie vollzogen, den Bau neuer und den Betrieb von bestehenden Flughäfen nach dem BOT-Modell (Bauen-Betreiben-Übergeben) an private Investoren bzw. Eigentümer zu vergeben, also eine "Privatisierung auf lange Zeitspannen" durchzuführen. Das Interesse in- und ausländischer Investoren hieran galt als erloschen, und ebenfalls verschwand das Interesse der ägyptischen Verantwortlichen an der Fortsetzung der Reformen des Luftverkehrs.

Nunmehr scheint die Zeit wieder für die Durchführung von Liberalisierungen reif zu sein, wenn auch "nur" die Vergabe von befristeten Managementverträgen an private ausländische Unternehmen ansteht, d.h. der Staat bleibt weiter Eigentümer. Die Geberländer Ägyptens hatten unter Führung der Weltbank 2002 eine striktere Bindung von Krediten an die Durchführung von Reformen angekündigt. Die Experten weisen darauf hin, dass selbst der genannte moderate Rückzug des Staates nicht ohne gewisses Drängen und Druck durch die Weltbank zustande gekommen wäre. Die Weltbank finanziert nämlich aktuell die Ausbauten der Flughäfen von Kairo mit einem 3. Terminal und von dem aufstrebenden Bade- und Konferenzort Sharm El Sheikh. Die Ausschreibungen hierfür werden für das 1. Halbjahr 2004 erwartet.

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