Kalte Duschen für Fans und Spieler
Bundesliga trotzt „Michaela“

Mit Duschen für Fans und Spieler, Non-Stop-Trinken und kalten Umschlägen hat die Fußball-Bundesliga dem Sommerhoch "Michaela" getrotzt. Auf dem Platz und den Tribünen herrschten Temperaturen bis weit über 40 Grad. In vielen Stadien wurde die Zahl der Sanitäter sowie Eis- und Getränkeverkäufer erhöht.

HB/dfpa HAMBUEG. Die Vorsichts- Maßnahmen der Vereine zahlten sich aus: Zwar stöhnten die Zuschauer und Profis über die ungewohnten tropischen Bedingungen. Dennoch gab es am Samstag in den Stadien keine ernsthaften Zwischenfälle. Nur wenige Fans mussten wegen Kreislauf-Problemen behandelt werden.

"In Afrika ist es auch heiß, aber da kriegt man genügend Luft", zog der Nigerianer Sunday Oliseh vom VfL Bochum einen Vergleich zu seiner Heimat. Seine Kollegen auf der Bank saßen mit feuchten Tüchern auf dem Kopf, um sich zu schützen. Werder Bremens Stürmer und Torschütze Ailton, als Brasilianer hohe Temperaturen eigentlich gewöhnt, klagte ebenfalls über die Hitze: "Bei dem Wetter musst du an den Strand - und nicht ins Stadion."

"Das war furchtbar. Wir hatten kalte Umschläge, die haben wir uns um den Nacken gelegt und viel getrunken", meinte Jochen Seitz, der mit dem FC Schalke 04 beim TSV 1860 München antrat. Auf dem Rasen des Olympiastadions wurden vor dem Anpfiff 48,7 Grad gemessen. Oumar Konde vom SC Freiburg gewann der Gluthitze noch etwas Gutes ab: "Ich spiele lieber bei solchen Temperaturen als bei minus drei Grad."

Die Clubs hatten für die Fans Vorsorge getroffen. So erfreute der SV Werder Bremen seine Anhänger mit einer "Fan-Dusche". Die Feuerwehr spritzte die Zuschauer vor dem Weserstadion mit kaltem Wasser ab. Im Münchner Olympiastadion stellte ein Sponsor vier Hochdruckstrahler auf, die kaltes Wasser über die Ränge verteilten. In Bochum waren 19 statt 12 Getränkestände aufgebaut. Der Preis für das Mineralwasser wurde von 2,50 auf 1,50 Euro gesenkt. 10 000 statt 3500 Liter wurden verkauft.

Wasserberieselung durch die Feuerwehr

Auch in Köln durften sich die Besucher am "heißesten Bundesliga- Spieltag aller Zeiten" (Internetseite des 1. FC Köln) über stark gesenkte Getränkepreise freuen: Jeder 0,3-l-Becher Wasser, Softdrinks oder Kölsch kostete an den Stadion-Kiosken ebenfalls nur 1,50 Euro. Der begehrteste Anlaufpunkt vor Beginn des Spiels gegen den 1. FC Kaiserslautern war das vor dem Marathontor platzierte umgebaute Feuerwehr-Auto, aus dessen Hochdruck-Rohren das Wasser sanft und erfrischend auf die Zuschauer regnete.

Auch auf der Baustelle "AWD-Arena" in Hannover rückte die Feuerwehr an, um den direkt in der Sonne liegenden Fan-Block, wo 6000 Anhänger standen, mit Wasser zu berieseln. Hannover 96 erlaubte den Zuschauern, eigene Getränke im Tetrapak und in Plastikflaschen mitzubringen.

Die Trainer beurteilten die Bedingungen unterschiedlich. "Das war ein Spieltag, der sehr an die Substanz der Spieler ging", zeigte "Löwen"-Coach Falko Götz Verständnis für die Spieler. Sein Bochumer Kollege Peter Neururer sah ebenfalls einen "enormen Substanzverlust bei den Spielern" und kündigte für die Woche an: "Wir trainieren reduziert und nur vormittags. Eine Ausdauereinheit werden wir streichen."

Trainer Volker Finke befand hingegen, dass das Hitze-Thema von den Medien hochgespielt worden sei: "1992 in der 2. Liga hatten wir mehrere Heimspiele bei so einer Hitze. Der Unterschied zu heute besteht darin, dass es nicht zum Thema gemacht wurde", erzählte er. Borussia Mönchengladbachs Ewald Lienen meinte kühl: "Bei dem Wetter kann man genauso rennen und kämpfen wie in anderen Spielen - man muss nur mehr trinken."

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