Kam die Ad-hoc-Mitteilung zu spät?
Bundesaufsichtsamt prüft Vorgänge um Infineon-Gewinnwarnung

Das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel hat bislang keine förmliche Untersuchung auf Insiderhandel im Zusammenhang mit der Infineon-Gewinnwarnung am 20. Juni eingeleitet. Derzeit werde lediglich eine Analyse angefertigt, ob Insider vorab über die Gewinnwarnung des Halbleiter-Herstellers informiert gewesen seien und am Vortag Aktien abgestoßen hätten, sagte Sprecherin Sabine Reimer.

dpa-afx FRANKFURT. Vom Ausgang der Studie hänge ab, ob eine Untersuchung wegen Insiderhandels eingeleitet werde. Die Fertigstellung der Analyse, in der beispielsweise Kursverläufe und Informationslage unter die Lupe genommen würden, werde voraussichtlich mehrere Wochen in Anspruch nehmen.

Dabei würden auch Vorgänge zwischen dem 21. und 24. Mai eine Rolle spielen, sagte Reimer. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" habe Infineon-Chef Ulrich Schumacher bereits am 21. und 22. Mai gegenüber ausgewählten Analysten angedeutet, dass der Konzern im dritten Quartal einen Verlust erwarte. Am 23. Mai habe Schumacher seine Gewinnwarnung auf einer Technologie-Konferenz in Barcelona wiederholt. Dennoch habe das Unternehmen damals immer noch keine Ad-hoc-Meldung herausgegeben, um die Öffentlichkeit zu informieren.

Stattdessen hätten mehrere Presseagenturen den Gewinneinbruch gemeldet. Der nächste Tag sei ein bundesweiter Feiertag gewesen, an dem keine Zeitungen erschienen seien. Kleinanleger hätten somit frühestens zwei Tage später als Großanleger auf die Nachricht reagieren können, hieß es im "Spiegel".

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