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Kamerun hofft auf Straf-Aussetzung durch CAS

Frankfurt/Main (dpa) - Der Kamerunische Fußball-Verband (CAF) will durch eine Klage vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne die Aussetzung der umstrittenen Strafe des Weltverbandes FIFA von sechs Punkten Abzug für die kommende WM-Qualifikation erreichen.

CAF-Anwalt Reinhard Stünkel bestätigte dies im ZDF-Sportstudio. Zugleich kritisierte der Jurist das Verfahren durch die FIFA-Berufungskommission, die den Punkte-Abzug für die Mannschaft des deutschen Trainers Winfried Schäfer und eine Geldstrafe von 200 000 Schweizer Franken (130 000 Euro) wegen eines nicht regelkonformen Trikots bestätigt hatte, aufs Schärfste. «Wer sich diese Verhandlung vor Augen hält: das war eine Farce», sagte Stünkel.

Die Berufungskommission habe überhaupt nicht zugehört, was der CAF vorzutragen hatte, monierte Stünkel weiter. Kein Zeuge sei gehört worden. «So stelle ich mir ein Gerichtsverfahren in totalitären Staaten vor.» Nach dem zurückgewiesenen Einspruch gegen das FIFA-Urteil vom 16. April erteilte der CAF dem Anwalt das Mandat für eine Klage vor dem höchsten Sportgerichtsbarkeit. Ziel ist, dass die Entscheidung durch den CAS vor der am 4. Juni beginnenden Qualifikation für die WM 2006 in Deutschland - in der Gruppe 3 trifft Kamerun auf Ägypten, Libyen, die Elfenbeinküste, Benin und Sudan - ausgesetzt wird.

Noch immer tief getroffen sei das kamerunische Volk, sagte Coach Schäfer. Er führte im Zusammenhang mit der harten Entscheidung, die FIFA-Präsident Joseph Blatter wegen der Missachtung der FIFA-Autorität als gerecht betrachtet, den Kampf von Sportartikel-Herstellern an. Der Einteiler, den die Kameruner beim Afrika-Cup Anfang des Jahres trugen, stammt vom Herzogenauracher Unternehmen Puma. Einer der FIFA-Hauptförderer ist Pumas Konkurrent Adidas. Des Weiteren erinnerte Schäfer an das Duell zwischen dem Kameruner Issa Hayatou vor zwei Jahren um die FIFA-Präsidentschaft mit Amtsinhaber Blatter. «Es sind viele Mosaiksteinchen, die zu diesem Urteil führen», meinte der Coach.

Die «Unzähmbaren Löwen» hatten mit ihrem ungewohnten Einteiler gegen Regel 4 der FIFA-Ordnung verstoßen, derzufolge Trikot und Hose getrennt sein müssen. Die FIFA hatte jedoch im August 2003 auf die Verantwortlichkeit des afrikanischen Verbandes verwiesen. Dieser hatte die Erlaubnis für den Kontinental-Cup im Januar in Tunesien erteilt.

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