Kammern beklagen schlechtes Finanzierungsklima
Handwerk befindet sich in der Rezession

Mit einem Umsatzminus von 2,9 % startet das nordrhein-westfälische Handwerk in das Jahr 2002. "Das Konjunkturbild lässt sich nur mit dem Begriff Rezession beschreiben", kommentierte der Vorsitzende des Nordrhein-Westfälischen Handwerkstages (NWHT), Hansheinz Hauser, das Ergebnis des Jahres 2001.

ire DÜSSELDORF. Dabei können die vorgelegten Zahlen, die den stärksten Wachstumseinbruch seit 20 Jahren belegen, repräsentativ für die das gesamte deutsche Handwerk gelten. "Mit rund 160 000 Unternehmen stellt NRW ein Fünftel der deutschen Handwerksbetriebe", erläuterte Hauser den Umfang der Konjunkturerhebung.

Am stärksten von der Wachstumsschwäche betroffen ist das Bauhandwerk. Die Umsatzeinbrüche reichen vom Maurer- und Betonbauerhandwerk (minus 3,8 %) bis zu den Stuckateuren (minus 17,6 %). Erstmals wurde auch die Elektrotechnik-Branche mitgerissen und büßte 7,6 % ihres Umsatzvolumens ein. Hauser macht für die Krise am Bau die "übergroße Zurückhaltung der öffentlichen Hand" bei der Bauunterhaltung und der Verkehrsinfrastruktur verantwortlich. Auch der bisherige Wachstumssektor Informationstechnologie verzeichnete einen Rückgang von mehr als 7 %.

Weiter verschlechtert hat sich im Wirtschaftsjahr 2001 die Ertragslage der Handwerkerunternehmen. Acht von zehn Betrieben mussten nach Angaben des NWHT geringere Erträge hinnehmen. Dem Abschwung folgte auch der Personalbestand im NRW-Handwerk: In dem größten deutschen Bundesland ging die Beschäftigung im Handwerk um insgesamt 43 000 Arbeitsplätze zurück. Das Handwerk leidet zudem auch an einem großen Mangel an Facharbeitern. So ist der Beschäftigungsrückgang nicht allein auf die Konjunktur zurückzuführen. 20 000 Stellen hätten wieder besetzt werden können, wenn es genügend qualifizierte Kräfte geben würde. Um die Baukonjunktur anzukurbeln fordert das Handwerk eine "Infrastruktur-Offensive" von Bund, Ländern und Kommunen.

Außerdem beklagt das Handwerk die Verschlechterung des Finanzierungsklimas. "Die Betriebe wirtschaften auf einer dünnen - und weiter schrumpfenden - Eigenkapitalbasis", berichtet NWHT-Geschäftsführer Thomas Köster. "Zehntausende Unternehmen sind durch eine Verschärfung der Eigenkapitalrichtlinien, wie sie Basel II vorsieht, substanziell gefährdet", befürchtet Köster.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%