Kampf gegen die Armut
Ärmste Länder erhalten breiten Marktzugang

Die führenden Industrieländer und Russland (G8) wollen den ärmsten Staaten der Welt für all ihre Produkte einen zoll- und quotenfreien Zugang zu ihren Märkten geben.

rtr GENUA. In der Abschlusserklärung des G8-Gipfels in Genua hieß es am Sonntag: "Wir bekräftigen die eingegangenen Verpflichtungen, auf den zoll- und quotenfreien Zugang aller Produkte hinzuwirken, die in den am wenigsten entwickelten Ländern hergestellt werden". Die G8 sei insgesamt entschlossen, die Globalisierung so zu gestalten, dass sie allen Bürgern zugute komme, besonders aber den Armen der Welt. Die G8-Staaten bekannten sich auch zur Reduzierung der Treibhausgase. Sie machten aber deutlich, dass es Uneinigkeit über das von den Europäern favorisierte Instrument dazu, das Kyoto-Protokoll, gebe.

Die G8-Staaten bekannten sich in ihrer Erklärung zu einer verstärkten Zusammenarbeit und zur Solidarität mit den Entwicklungsstaaten. Das gelte insbesondere hinsichtlich des Kampfes gegen die Armut, den die G8-Länder forcieren wollten. Die Einbeziehung der ärmsten Länder in die Weltwirtschaft sei der beste Weg, auch diesen mehr Wohlstand zu verschaffen. Die Länder selbst müssten aber mit offenen, demokratischen und rechenschaftspflichtigen Regierungssystemen, die auch die Menschenrechte achten müssten, ihren Beitrag leisten, um ein robustes Wachstum erzielen zu können.

Schuldenerleichterungen

Die G8 kündigte an, über die Schuldenerleichterungen für 23 der ärmsten Staaten von insgesamt 53 Mrd. Dollar hinaus weitere arme Länder zusätzlich zu unterstützen. Sie forderten die 14 Länder, die wegen internen Konflikten und Krisen derzeit nicht in den Genuss von Schuldenerleichterungen kommen könnten, der Gewalt abzuschwören. Dann könnten auch sie einen Schuldenerlass erhalten. Im Übrigen müsse sich auch der Privatsektor in den G8-Staaten an der Unterstützung der Entwicklungsländer beteiligen.

Die G8-Länder sind sich zwar, wie es in der Erklärung hieß, in Sachen Klimaschutz einig im Ziel, die Treibhausgase zu verringern. Es gebe aber hinsichtlich des Kyoto-Protokolls unterschiedliche Auffassungen. Letztlich wolle aber die gesamte G8 ein Ergebnis erzielen, das im Einklang mit den Zielen eines nachhaltigen Umweltschutzes stehe. Russland wolle zudem im Jahr 2003 eine internationale Klimakonferenz in Moskau veranstalten, was die G8 begrüße. In ihrer Erklärung fordern die G8-Staaten schließlich, auch alten Menschen mehr Beschäftigungsmöglichkeiten zu geben. Zugleich sei mehr internationale Kooperation beim Kampf gegen organisierte Kriminalität und Drogenhandel nötig.

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