Kampf gegen Terrorismus könnte Jahrzehnte dauern
Huntington warnt vor Angriff auf den Irak

Der Politikwissenschaftler Samuel Huntington warnt die USA davor, ihre militärischen Angriffe auf den Irak auszuweiten. Solche Angriffe würden große Teile der islamischen Welt aufbringen und die internationale Koalition bei der Terrorbekämpfung gefährden, sagte Huntington dem Berliner "Tagesspiegel" (Samstagausgabe).

ddp BERLIN. Der Politologe, der 1993 mit seiner These vom "Kampf der Kulturen" für Aufsehen gesorgt hatte, wies darauf hin, dass der Kampf gegen den Terrorismus möglicherweise Jahrzehnte dauern könnte. Zugleich zeigte er sich überzeugt, dass die Terror-Organisation Al-Qaida von Osama Bin Laden zerschlagen werden könne.

Huntington betonte, gemeinsam mit den USA und Großbritannien komme auch Deutschland und Frankreich die Aufgabe zu, die Moslems in aller Welt davon zu überzeugen, dass es sich nicht um einen Kampf gegen den Islam handele. Es sei das nächste Ziel Bin Ladens, aus der gegenwärtigen Auseinandersetzung "einen Kampf der Kulturen zwischen dem Islam und dem Westen zu machen". Huntington fügte hinzu: "Es wäre ein Desaster, wenn ihm das gelingen würde."

Der Politikwissenschaftler lobte die Grundsatzrede von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) zur deutschen Außenpolitik. Es sei an der Zeit, Deutschland als normales Mitglied der internationalen Staatengemeinschaft zu betrachten. Auch Deutschland müsse sich entsprechend verhalten, unterstrich Huntington.

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