Kampf mit harten Bandagen
Mercedes und BMW streiten um US-Zahlen

Zwischen den beiden Premium-Herstellern der deutschen Autoindustrie rumort es heftig. Daimler-Chrysler wirft BMW vor, die Absatzzahlen in den USA geschönt zu haben, um auf diese Weise dort einen höheren Marktanteil ausweisen zu können.

mwb/brb MÜNCHEN/STUTTGART. Diesen Vorwurf erhob der Marketing- und Vertriebsleiter von Mercedes-Benz, Joachim Schmidt, jetzt in einem Interview. Am 1. Juli habe BMW die anderen Automobilhersteller vorab über den US-Absatz informiert, der im Juni bei 17 469 Einheiten lag. In der Pressemitteilung am folgenden Tag hatte BMW aber einen Absatz von 19 868 Einheiten veröffentlicht.

Der Kampf um Marktanteile auf dem prestige- und margenträchtigen US-Markt wird seit jeher mit harten Bandagen ausgetragen. Doch die Zahlen des jeweiligen Konkurrenten zogen die Untermnehmen schon seit längerem nicht mehr in Zweifel. Bei BMW stößt das Vorgehen der Konkurrenz auf Unverständnis. "Wir haben unsere Zahlen nicht geschönt. Die vorläufige Zahl ist von uns nie offiziell herausgegeben worden", behauptet ein Sprecher von BMW. Bei der Differenz handele es sich um rund 2000 Dienstwagen und 350 Direktimporte.

Darüber hinaus wirft Daimler dem Konkurrenten vor, jedem Händler Ermäßigungen von bis zu 8 000 $ für jedes Modell aus der neuen 7er-Reihe zu geben, das mehr als 70 000 $ kostet. BMW räumte dies zwar ein. Doch der Sprecher betonte, es handele sich dabei nur um Vorführwagen. Die preisbegünstigten Modelle würden beispielsweise die Händler ihren Kunden als Ersatzwagen bei Reparaturen zur Verfügung stellen. Die durchschnittlichen echten Rabatte an BMW-Kunden liege in den USA bei lediglich 700 $.

Daimler-Chrysler in Stuttgart wollte zu der ganzen Auseinandersetzung gestern keinen Kommentar abgeben.

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