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Kampf um Marktanteile belastet Gewinn von Nokia - Aktie bricht einDPA-Datum: 2004-07-15 13:53:28

(dpa-AFX) Helsinki - Der weltgrößte Handy-Hersteller Nokia < Nok1v.HSE > < Noa3.ETR > rechnet wegen des zunehmenden Wettbewerbsdrucks für das laufende Quartal mit einem Gewinneinbruch. Wie der Konzern am Donnerstag in Helsinki mitteilte, erwartet der Marktführer im dritten Quartal einen verwässerten Gewinn je Aktie (EPS) zwischen 0,08 und 0,10 Euro. Im Vorjahresquartal waren es 0,17 Euro. Um seinen Marktanteil zu stabilisieren, will Nokia seine Handy-Preise weiter reduzieren.

(dpa-AFX) Helsinki - Der weltgrößte Handy-Hersteller Nokia < Nok1v.HSE > < Noa3.ETR > rechnet wegen des zunehmenden Wettbewerbsdrucks für das laufende Quartal mit einem Gewinneinbruch. Wie der Konzern am Donnerstag in Helsinki mitteilte, erwartet der Marktführer im dritten Quartal einen verwässerten Gewinn je Aktie (EPS) zwischen 0,08 und 0,10 Euro. Im Vorjahresquartal waren es 0,17 Euro. Um seinen Marktanteil zu stabilisieren, will Nokia seine Handy-Preise weiter reduzieren.

Für das dritte Quartal erwartet Vorstandschef Jorma Ollila einen Umsatz zwischen 6,6 und 6,8 Milliarden Euro, der damit unter dem Vorjahreswert von 6,9 Milliarden Euro liegen würde. Die Profitabilität werde in der zweiten Jahreshälfte wegen der Preissenkungen unter Druck geraten, sagte Ollila, der erst für das kommende Jahr mit einer Erholung rechnet. 2005 werde ein "sehr starkes" Jahr, sagte er im Fernsehsender Cnbc. Der schwache Ausblick schickte die Nokia-Aktien tief ins Minus.

Gewinnplus IM Zweiten Quartal

Im zweiten Quartal verzeichneten die Finnen einen Gewinnanstieg auf 712 (Vorjahr: 624) Millionen Euro oder 0,15 (0,13) Euro je Aktie. Der Umsatz fiel auf 6,640 (Vorjahr: 7,019) Milliarden Euro. Analysten hatten mit einem EPS-Gewinn von 0,14 Euro und einem Umsatz von 6,7 Milliarden Euro gerechnet. Nokia selbst hatte für das abgelaufene Quartal einen Gewinn je Aktie von 0,13 bis 0,15 Euro in Aussicht gestellt.

Die Preissenkungen hinterließen ihre Spuren in der Bilanz: In der Handy-Sparte verbuchte Nokia einen Umsatzrückgang von 13 Prozent auf 4,167 Milliarden Euro und die operative Marge brach auf 19,1 (27,2) Prozent ein. Der Rückgang hänge unter anderem mit den gewährten Nachlässen zusammen, sagte Ollila. Die Netzwerksparte verbesserte wegen der breiten Nachfrage aus allen Märkten ihren Umsatz um 6 Prozent auf 1,576 Milliarden Euro. Die operative Marge des Geschäftsbereichs betrug 16,2 (-23,6) Prozent.

Marktanteil Sinkt

Trotz der Preisnachlässe sank der Marktanteil gegenüber Ende März um einen Prozentpunkt auf 31 Prozent. Der Marktanteil habe sich allerdings zum Ende des Quartals stabilisiert, sagte Konzernchef Ollila. Im zweiten Jahresviertel verkaufte Nokia 45,4 Millionen Mobiltelefone. Nokia bestätigte seinen Ausblick für den weltweiten Handy-Absatz. Branchenweit werde mit dem Verkauf von 600 Millionen Geräten gerechnet.

Nach den Worten von Ollila will der Marktführer auch künftig seinen Absatz mit Vergünstigungen ankurbeln. Um die Wettbewerbsfähigkeit weiter zu erhöhen, werde Nokia weiter auf Preissenkungen zurückgreifen, sagte der Vorstandsvorsitzende. Nach Einschätzung von Analysten sank der Durchschnittspreis für Nokia-Handys gegenüber dem Vorquartal um 5 Euro auf 110 Euro. Der Konzern hatte wegen der verschärften Konkurrenz durch Wettbewerber wie Sony Ericsson Marktanteile verloren und daher Anfang des Jahres einen Preiskampf angekündigt.

Nach Vorlage der Zahlen brach der Aktienkurs von Nokia ein. Bis 13.45 Uhr verlor der Titel 16,11 Prozent auf 9,53 Euro. Händler begründeten den Rückgang mit dem schwachen Ausblick.

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