Kamps
Zwischenruf: Sündiger Supermann

"Kleine Sünden bestraft der liebe Gott sofort", sagt der Volksmund. Doch was Großbäcker Heiner Kamps am Mittwoch mit seiner Gewinnwarnung auslöste, war in den Augen der Börsianer beileibe keine "kleine" Sünde. Und auch in diesem Fall folgte die Strafe auf dem Fuße: Die Analysten stuften den Titel auf "neutral" bis "verkaufen" herab, und die Kamps-Aktie begab sich in den freien Fall. Das zeigt unmissverständlich: Die Geduld des Marktes ist erschöpft. Denn eigentlich hatten die professionellen Auguren schon lange - viel zu lange - dem Brötchen-Millionär die Stange gehalten.

Vor knapp einem Monat rieten immerhin noch zehn von achtzehn Analysten zum Kauf der Aktie, obwohl der Schuldenberg des Backimperiums auf drückende 700 Millionen Euro angewachsen war und der Aktienkurs seit eineinhalb Jahren nur noch eine Richtung kannte: abwärts. Den Abstieg vom gefeierten Supermann zum bemehlten Prügelknaben des Parketts hat Heiner Kamps schon hinter sich. Sollte sich der Kurs der Aktie gar in Richtung Penny Stock bewegen, bleibt ihm nur noch eine Rolle: Die des armen Sünderleins.

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