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Kanada gibt im Streit um Ciprobay nach

. Der Bayer-Konzern hat sich im Streit mit der kanadischen Regierung über das Milzbrand-Medikament Cipro durchgesetzt. Der Chemie- und Pharmakonzern teilte am Dienstag in Leverkusen mit, die kanadische Regierung habe ihre Pläne aufgegeben, anstatt des patentgeschützten Ciprobay ein billigeres Nachahmerprodukt zu kaufen.

ap LEVERKUSEN/TORONTO. «Die kanadische Gesundheitsbehörde respektiert die bestehenden Patentrechte für Cipro und hat sich verpflichtet, bis zum ihrem Ablauf das Antibiotikum Ciprofloxacin exklusiv von Bayer zu beziehen», teilte das Unternehmen mit. Damit vermied das Land einen möglichen Prozess um Patentverletzung. Das Patent für CIPRO läuft in Kanada erst 2003 aus.

Bayer verpflichtete sich im Gegenzug die sofortige Versorgung der kanadischen Bevölkerung mit dem Antibiotikum im Falle von terroristischen Anschlägen mit bakteriologischen Waffen sicher zu stellen. Auf Anforderung werde der Konzern innerhalb von 48 Stunden eine Million Tabletten an die kanadische Organisation zur Bevorratung von medizinischem Notfallbedarf «NESS» ausliefern. Außerdem versprach Bayer nach Angaben aus Toronto die kostenlose Lieferung 200.000 Cipro-Tabletten für besonders gefährdete Berufsgruppen. Das Bayer-Patent für das einzige zugelassene Milzbrand-Medikament ist auch in den USA nicht unumstritten. Der demokratische Senator Charles Schumer aus New York rief in der vergangenen Woche die Regierung auf, anderen Firmen wegen der Anthrax-Fälle zu erlauben, billigere Nachahmerversionen zu produzieren. Doch geschah dies bisher nicht.

Bayer hatte versprochen die Produktion von Cipro deutlich zu erhöhen. Einer der wichtigsten Medikamente-Großhändler in den USA, McKesson Corp., hatte am Freitag erklärt, er sei gezwungen gewesen, die Abgabe von Cipro an Kunden und Krankenhäuser zu rationieren, da Bayer nicht in der Lage gewesen sei, mit der Nachfrage Schritt zu halten, die sieben Mal größer gewesen sei als normal.

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