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Kanadisches U-Boot manövrierunfähig im Atlantik

Schwerer Seegang hat die Rettung eines manövrierunfähig im Atlantik treibenden kanadischen U-Bootes vorerst verhindert. Bei einem Feuer an Bord der „Hmcs Chicoutimi“ etwa 200 Kilometer vor der irischen Nordwestküste hatten am Vortag neun der insgesamt 57 Besatzungsmitglieder Rauchvergiftungen erlitten.

dpa LONDON. Schwerer Seegang hat die Rettung eines manövrierunfähig im Atlantik treibenden kanadischen U-Bootes vorerst verhindert. Bei einem Feuer an Bord der "Hmcs Chicoutimi" etwa 200 Kilometer vor der irischen Nordwestküste hatten am Vortag neun der insgesamt 57 Besatzungsmitglieder Rauchvergiftungen erlitten.

Außerdem war die Energieversorgung ausgefallen, weshalb der Kapitän einen Notruf gesendet hatte. Am Mittwochabend teilte das Verteidigungsministerium in London mit, eine Fregatte der britischen Marine habe den Unglücksort erreicht.

Bis dahin war es keinem der zu Hilfe geeilten irischen und britischen Schiffe gelungen, gegen die bis zu acht Meter hohen Wellen zu dem U-Boot zu gelangen. Ein irisches Schiff hatte wegen der schweren See seinen Rettungsversuch abgebrochen. "Das U-Boot befindet sich im Moment nicht in unmittelbarer Gefahr", versicherte ein Sprecher der britischen Marine.

Die Besatzung der Fregatte "HMS Montrose" habe zur Vorbereitung der Rettung Kontakt mit dem U-Boot aufgenommen, teilte Marinesprecher Mike Finney am Abend. Als erstes solle der technische Zustand der "Chicoutimi" überprüft werden. Davon hänge es ab, ob das U-Boot abgeschleppt werde oder aus eigener Kraft auf den Stützpunkt Faslane in Schottland zurückkehre, sagte Finney. Zur Betreuung der Verletzten habe die "HMS Montrose" einen Arzt an Bord. Noch sei nicht abzusehen, wann mit der Rettung des U-Boots begonnen werden könne.

Von Faslane aus dort war das 70 Meter lange Unterseeboot am Montag in Richtung Halifax an der kanadischen Ostküste in See gestochen. Am Dienstag hatte der Kapitän Hilfe angefordert, nachdem ein Feuer an einem Schaltpult ausgebrochen war und sich Rauch im U-Boot ausbreitete. Das Feuer wurde von der Besatzung gelöscht. An Bord sei es "kalt und dunkel", und die Mannschaft werde auf Grund der schweren See "hin und her geworfen", sagte ein Marine-Sprecher. Im U-Boot gebe es ein Batterie betriebenes Notlicht, doch werde wohl jede Energie gespart.

Kanada hatte das Diesel-betriebene Patrouillen-U- Boot neben drei weiteren desselben Typs von der britischen Marine erworben. Sie waren in den 90er Jahren für umgerechnet rund 1,3 Mrd. Euro gebaut und für 360 Mill. Euro an Kanada verkauft worden. Nach Angaben des kanadischen Abgeordneten Bill Casey gab es bei den Booten Probleme mit Überhitzung, Lecks und Rost. Nach früheren Angaben der "Times" ziehen die kanadischen Behörden in Betracht, Großbritannien wegen der technischen Probleme zu verklagen.

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