Kanadisches Unternehmen expandiert in neue Regionen
Blackberry beschert RIM Rekordzuwachs

Mike Lazaridis und seinem Unternehmen kann keiner das Wasser reichen - meint Mike Lazaridis. "Ich sehe keine Konkurrenten, die uns näher kommen und uns gefährlich werden könnten", sagte der Gründer und einer der beiden Chefs des kanadischen Unternehmens Research In Motion (RIM) dem Handelsblatt.

HB LONDON. "Es gibt Anbieter, die unseren Erfolg zu kopieren versuchen, aber sie sind noch meilenweit davon entfernt." RIM werde keiner so schnell einholen. Lazaridis: "Das kann nur passieren, wenn wir still stehen, das tun wir aber nicht."

Lazaridis und Jim Balsillie, das Duo an der RIM-Spitze, sind die Erfinder eines mobilen Taschencomputers der besonderen Art: des Blackberry. Auf dem Gerät landen alle Firmen-E- Mails, drahtlos im Sekundentakt und ganz ohne komplizierte Voreinstellungen. Nebenbei dient der Blackberry als Mobiltelefon. Die schnelle E-Mail-Maschine im Westentaschenformat hat inzwischen Kultstatus in den Führungsetagen von Unternehmen.

Die Erfindung bescherte RIM einen Höhenflug an der Börse und Rekorde bei Umsatz und Gewinn: So steigerte das Unternehmen im abgelaufenen Quartal den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 150 Prozent auf 310 Mill. Dollar. Der Gewinn kletterte von 2,1 auf 70,6 Mill. Dollar. Für das Geschäftsjahr erwartet RIM bis zu 1,45 Mrd. Dollar Umsatz - nach 595 Mill. Dollar im Vorjahr. Lazaridis kann sich daher markige Sprüche leisten: "Wir wachsen exponentiell, und das können wir auch noch eine ganze Weile aufrecht erhalten."

Von den USA über Europa bahnt sich RIM seinen Weg nach Asien und Australien. Parallel zu der geographischen Expansion weitet der Anbieter nicht nur seine Produktpalette aus, sondern steigert auch die Anzahl der Mobilfunknetzbetreiber, die RIM-Geräte vertreiben, und nähert sich mit Hilfe von Lizenzverträgen mit großen Handyherstellern dem Massenmarkt. So bietet Siemens ab November ein Mobiltelefon mit Blackberry - Software an, RIM kassiert die Lizenzgebühren. "Die Handyriesen haben die RIM-Erfindung lange unterschätzt, jetzt sind sie gezwungen, die Technologie in Lizenz zu kaufen, weil sie nichts Vergleichbares haben", sagt ein Gartner-Analyst.

Unter Experten ist es unbestritten, dass RIM noch eine Weile von seiner der Konkurrenz überlegenen Lösung für den mobilen Empfang elektronischer Post profitieren wird. Doch Risiken sind auch absehbar. So könnte beispielsweise das Lizenzgeschäft die Verkäufe der eigenen RIM-Geräte kannibalisieren. Das Geschäft mit der Hardware macht bisher 60 Prozent des Umsatzes aus.

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