Kandidat von Quebec-Block mit sieben Stimmen vor Liberalem
Parlamentswahl: Quebec-Bezirk muss neu auszählen

afp MONTREAL. In einem Bezirk der kanadischen Provinz Québec ist nach der Parlamentswahl vom Montag wie schon beim Wahlkrimi im US-Bundesstaat Florida eine Neuauszählung der Stimmen erforderlich. In Champlain nördlich von Montreal gewann der Kandidat des Québec-Blocks, Marcel Gagnon, der zunächst als Verlierer gegolten hatte, nach Angaben der Wahlbehörde vom Dienstagabend inzwischen doch ein Mandat - mit ganzen sieben Stimmen Vorsprung bei mehr als 40.000 abgegebenen Stimmen. Nach kanadischem Gesetz ist damit eine gerichtlich überwachte Neuauszählung erforderlich.

Wie schon zuvor die US-Präsidentschaftskandidaten George W. Bush und Al Gore durchlebten am Montagabend Gagnon und sein Rivale von den Liberalen, Julie Boulet, ein Wechselbad der Gefühle. Zunächst wähnte sich Gagnon mit ein paar hundert Stimmen Vorsprung als Gewinner, bevor um 01.00 Uhr am Dienstagmorgen Boulet das Rennen machte - mit 57 Stimmen Abstand. Als am Dienstagabend der Vorsitzende der Wahlkommission die Ergebnisse überprüfte, erklärte er einige Wahlzettel wegen missverständlicher Markierung für ungültig. Danach lag Gagnon mit 20.434 Stimmen vor Boulet mit 20. 427. Sollte dieses Ergebnis von der Neuauszählung bestätigt werden, fallen 38 Mandate in der Provinz an den Bloc Québecois und 36 an die Liberale Partei. Im Bundesparlament kämen die Liberalen auf 172 Sitze statt 173. An ihrer absoluten Mehrheit würde das aber nichts ändern.

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