Kandidatenkür
Kerry wirbt für den Machtwechsel

Mit dem gestern gestarteten viertägigen Nominierungsparteitag der amerikanischen Demokraten tritt der Präsidentschaftswahlkampf in den USA in die heiße Phase. Die 4350 Delegierten im Fleet-Center in Boston wollen zum Abschluss des Konvents am Donnerstag ihren Kandidaten John Kerry zum Herausforderer von Präsident George W. Bush küren.

HB BOSTON. Der Wahlparteitag der Demokraten ist nicht nur eine politische Veranstaltung, er ist in erster Linie ein fürs Fernsehen inszeniertes Spektakel.

Nach den Plänen der Parteitagsregie sollte das Politspektakel in der vergangenen Nacht mit dem Auftritt der beiden ehemaligen Präsidenten aus dem demokratischen Lager, Bill Clinton und Jimmy Carter, eröffnet werden. Befürchtungen, der nach wie vor charismatische Clinton könne Kerry mit seiner Rede in den Schatten stellen, wischte der Alt-Star schon im Vorfeld vom Tisch: "Ich halte eine Ansprache und verschwinde aus der Stadt."

Clinton sollte von seiner Frau Hillary vorgestellt werden, für die die Parteitagsregie ursprünglich nur eine Randrolle vorgesehen hatte. Nach heftigen Protesten der Hillary-Lobby bekommt die ehemalige "First Lady" nun aber einen eigenen Auftritt. Der Senatorin von New York werden Ambitionen für die Präsidentschaftswahl 2008 nachgesagt

.

Bill Clinton hatte bereits vor seiner Rede schwere rhetorische Breitseiten gegen Präsident Bush abgefeuert. "Die republikanische Rechte, die die Politik des Weißen Hauses dominiert, hat unseren Patriotismus als Schwäche ausgelegt und versucht, das Land nach rechts zu schieben und die Welt herumzuschubsen", kritisierte Clinton in einem Interview der "Los Angeles Times". Außerdem habe die Regierung Bush den Irak als größtes Sicherheitsproblem betrachtet, obwohl das Terrornetzwerk El Kaida deutlich engere Verbindungen etwa zu Pakistan gehabt habe, fügte Clinton hinzu. Bei der Frage, ob er an Bushs Stelle den Irak angegriffen hätte, wollte sich der Ex-Präsident allerdings nicht festlegen. Vor einer Entscheidung hätte er jedoch die Waffeninspektoren der Uno ihre Kontrollen abschließen lassen.

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