Kanonensalut von 41 Schuss an 13 Orten
Staatstrauer um Queen Mum

Nach dem Tod von "Queen Mum" herrscht in Großbritannien Staatstrauer. Am Montag begann das offizielle Programm zur Trauer um die am Samstag gestorbene Queen Mum: An zwölf Orten im Königreich und in Gibraltar feuerten Soldaten einen Kanonen-Salut von jeweils 41 Schuss ab.

dpa LONDON. Zugleich begann ein vier Stunden dauerndes "gedämpftes Läuten" der zwölf Glocken der St. Paul's Cathedral in London - erstmals seit dem Tod von Winston Churchill 1965. Schon am Sonntag war dort die so genannte Staatsglocke eine Stunde lang geläutet worden.

Zugleich bereitet sich das Land auf einen pompösen und eindrucksvollen Abschied von der Königinmutter vor, die am Samstag im Alter von 101 Jahren gestorben war. Mit einer Trauerfeier am 9. April in der Westminster-Abtei und der Beisetzung in einer Königsgruft der St. Georgs-Kapelle von Schloss Windsor endet die offizielle Trauerzeit.

Zehntausende, möglicherweise Hunderttausende werden nach der zehntägigen Staatstrauer am 9. April die Gelegenheit nutzen, dem wohl populärsten Mitglied des Königshauses die letzte Ehre zu erweisen - und sei es nur vom Straßenrand aus. Bereits vom Freitag dieser Woche an wird die Öffentlichkeit Abschied von "Queen Mum" nehmen können, wenn der Sarg für vier Tage in der prachtvollen Westminster Hall aufgebahrt wird.

Königin Elizabeth II. (75) und die 15 anderen engsten Mitglieder der Familie hatten sich am Ostersonntag zu einer etwa halbstündigen Andacht am Sarg der Königinmutter zusammengefunden. Zuvor hatten sechs Träger den Sarg der Königinmutter aus deren Haus im Park von Windsor in die wenig entfernte Royal Chapel of All Saints getragen. Dem Sarg folgte ein Angestellte mit einem Topf, in dem sich eine Jasminpflanze befand und der später vor dem Katafalk aufgestellt wurde: Es handelte sich um ein Oster-Geschenk von Prinz Charles (53), dem Thronfolger und Lieblingsenkel der Königinmutter. Die Pflanze stand im Moment des Todes neben dem Bett von "Queen Mum".

Königin Elizabeth, ganz schwarz gekleidet, wurde in ihrem Wagen auf dem Weg zur Kapelle von Ehemann Prinz Philip sowie Sohn Edward und dessen Frau Sophie Wessex begleitet. Der zweite Wagen wurde von Prinz Charles gesteuert, neben dem Prinz William saß - auf der Rückbank Prinz Harry. Charles, der nach der Rückkehr aus dem Skiurlaub längere Zeit alleine mit seiner Mutter gesprochen hatte, verweilte nach Ende der Trauerfeier noch in der Kapelle und erschien erst 35 Minuten, nachdem die ersten Mitglieder der Königsfamilie bereits wieder gegangen waren.

Bis zum Dienstag bleibt der Sarg in Windsor, anschließend wird er in die Kapelle des St. James's-Palasts in London gebracht. Von dort wird er dann am Freitag in die Westminster Hall gebracht. Nach der Trauerfeier vom 9. April wird der Sarg in der St. Georgs-Kapelle, der traditionellen Begräbnisstätte britischer Könige, in einer Gruft neben dem von König George VI. beigesetzt, dem vor 50 Jahren gestorbenen Ehemann von "Queen Mum". Zugleich findet in dieser Gruft auch die Urne mit der Asche von Prinzessin Margaret, die nur 49 Tage vor ihrer Mutter starb, die letzte Ruhestätte.

"Es ist eine sehr traurige Zeit für die Königin", sagte ein Angestellter des Buckingham-Palasts. "Innerhalb von zwei Monaten hat sie ihre Mutter und ihre Schwester verloren. Aber sie ist stoisch."

An diesem Montag werden vor allem die Angestellten und Mitarbeiter der Königinmutter die Möglichkeit haben, in der Kapelle im Park von Schloss Windsor Abschied zu nehmen. Auch wird in mehreren Orten zu Ehren der "Queen Mum" Salut geschossen. Bis zum 9. April weht der Union Jack auf den öffentlichen Gebäuden des Landes auf Halbmast.

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