Kantersieg gegen Bolivien
Brasiliens Elf in Top-Form

Die Fußball-Nationalelf von Brasilien ist mit einem Kantersieg in das Weltmeisterschaftsjahr gestartet. Ohne "Legionäre" und Weltstars bezwang der vierfache Weltmeister am Donnerstag (Ortszeit) in Goiania die Auswahl von Bolivien mit 6:0 (1:0).

dpa RIO DE JANEIRO. "Wir waren dem Gegner haushoch überlegen, deshalb hat das technisch nicht viel gebracht", meinte der frühere Nationalspieler und heutige Fernsehkommentator Casagrande. Er fügte aber hinzu: "Für die Moral von Spielern und Fans ist so ein Start immens wichtig".

Der Torreigen begann im Provinz-Stadion "Serra Dourada" spät: Erst in der 44. Minute, als die 55 000 Zuschauer schon die Geduld zu verlieren begannen, brachte Innenverteidiger Cris mit einem Flugball die Hausherren in Führung. In der zweiten Hälfte brach der Widerstand der jungen und unerfahrenen Gäste endgültig: Gilberto Silva (46. und 56.), Juan (53.), Kleberson (62.), Washington (72.) und Anderson Polga (81.) trafen jeweils fast ohne Gegenwehr.

"Das Ergebnis hat mich in der Höhe doch überrascht", meinte der umstrittene Nationalcoach Luis Felipe Scolari nach dem Abpfiff. In Goiania war Scolari bei den Traningseinheiten von den Fans mehrfach ausgepfiffen worden, weil er Alt-Sturmstar Romario (36) nicht berücksichtigt hatte. Bei einem Fan, der ihn am Dienstag auf dem Weg zum Mannschaftsbus kritisiert hatte, verlor Scolari sogar die Beherrschung: Er trat dem Störenfried einfach in das Gesäß. Eine größere Schlägerei wurde von Sicherheitskräften verhindert.

Als bester Spieler des Abends wurde in Goiania übereinstimmend Mittelfeldregisseur Cleberson gefeiert. Der Mann von Überraschungsmeister Atletico Parana feierte gegen Bolivien ebenso wie sechs andere Teamkollegen sein nationalelf-Debüt. "Die erfahreneren Spieler, wie (Tormann) Dida, Edilson oder Juninho Paulista haben uns alles erleichtert", sagte der 22-Jährige.

Das nächste von insgesamt sieben WM-Vorbereitungsspielen bestreitet die "Selecao" bereits am nächsten Mittwoch beim deutschen WM-Gegner Saudi-Arabien in Riad. Zur Gruppe soll dann ein einziger Europa-Legionär stoßen, Mittelfeldmann Djalminha vom spanischen Spitzenverein Deportivo La Coruna.

Der frühere Weltstar Falcao machte derweil dem Ruf der Brasilianer, eines der abergläubischsten Völker der Erde zu sein, alle Ehre. "Immer, wenn wir unsere WM-Vorbereitung gegen ein Team aus Südamerika begonnen haben, sind wir Weltmeister geworden", erinnerte er sich. Bei der WM in Südkorea und Japan trifft Brasilien in der ersten Runde auf die Türkei, auf Costa Rica und China.

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