Kanu-Bilanz
"Das Resultat tat weh"

Kanu-Präsident Olaf Heukrotdt ist nicht euphorisch angesichts der deutschen Kanu-Bilanz. Im Interview sprechen der deutsche Kanu-Präsident Olaf Heukrodt und Weltverbandspräsident Ulrich Feldhoff über das Abschneiden der deutschen Kanuten in Peking.

Sieben Medaillen, zwei davon aus Gold, holten die deutschen Kanuten bei den Olympischen Spielen in Peking. In einem Interview mit dem sid sprechen der deutsche Kanu-Präsident Olaf Heukrodt und Weltverbandspräsident Ulrich Feldhoff über die Wettkämpfe, die deutsche Bilanz und die Zukunft des Sports in Deutschland.

sid: "Wie fällt Ihre Bilanz aus?"

Ulrich Feldhoff: "Aus Sicht des Weltverbandes ist es ein optimales Ergebnis - so viele Nationen waren noch nie in den Medaillenrängen. Aus deutscher Sicht gingen nicht alle Träume in Erfüllung, aber so ein Silber wie von Rauhe/Wieskötter hätten andere Fachverbände gerne."

Olaf Heukrodt: "Ich kann nicht euphorisch sein. Ich habe am zweiten Finaltag mit zwei Goldenen gerechnet. Das Resultat tat weh, vor allem den Sportlern. Aber das ist Olympia mit seinen eigenen Gesetzen. Die Anzahl der Medaillen ist mit sieben wie in Athen in Ordnung - die Farben sollten anders sein."

sid: "Das Konzept für die Zukunft steht?"

Heukrodt: "Im Rennsport ist alles klar, da gibt es keinen Handlungsbedarf. Im Slalombereich werden wir einen richtigen Cheftrainer einsetzen, auch, um den Sportdirektor zu entlasten. Da müssen wir natürlich Geld in die Hand nehmen. Bei den Gesprächen mit dem Deutschen Olympischen Sportbund haben wir aber diesbezüglich keine schlechten Karten."

sid: "Wo liegt das Geheimnis der Erfolgsstory Kanu, während der Abwärtstrend bei anderen Fachverbänden anhält?"

Feldhoff: "Es ist wirklich phänomenal, wie es unseren Trainern immer wieder gelingt, junge Talente direkt in die Weltspitze zu führen. Basis dafür ist das kompakte Verbundsystem von Athleten, Trainern, Medizin und Technik. Wir haben das sportwissenschaftliche Knowhow der DDR bei Trainingssteuerung und Leistungsdiagnostik übernommen, dazu im Osten nicht viel Substanz verloren. Von der DDR haben wir auch die richtige Periodisierung gelernt, also das Team punktgenau auf den Saisonhöhepunkt vorzubereiten."

sid: "Wo sehen Sie die größten Baustellen?"

Heukrodt: "Im Canadierbereich ist die Masse an Spitzenleuten nicht befriedigend. Nach dem Rücktritt von Andreas Dittmer müssen dort junge Leute herangeführt werden. Bei den Frauen und im Kajak der Männer sind wir in der Breite gut aufgestellt. Ich bin optimistisch, denn schon hier in Peking waren neuformierte Boote mit jungen Leuten besser als die alten Haudegen."

© SID

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