Kanzler bleibt hart
100 000 demonstrieren gegen Rentenreform in Österreich

Rund 100 000 Menschen haben am Dienstagabend in Wien trotz wolkenbruchartiger Regenfälle gegen die geplante Rentenreform in Österreich demonstriert. Die Vertreter des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB), der zu der Demonstration aufgerufen hatte, prangerten den "Rentenraub" der rechtskonservativen Regierung von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und seiner Volkspartei (ÖVP) an.

HB/dpa WIEN. Schüssel müsse durch den "Druck der Straße" gezwungen werden, die Reform mit niedrigeren Renten und einer längeren Arbeitszeit doch noch zu ändern, verlangten die Redner.

Zuvor hatten rund 100 000 Lehrer an Grund-, Haupt- und Berufsschulen im ganzen Land für einen Tag die Arbeit verweigert. Für über eine Million Schüler fiel der Unterricht aus. Die Pädagogen hatten sich auch von einem Brief der Bildungsministerin Elisabeth Gehrer, in dem ihre Aktion als rechtswidrig bezeichnet worden war, nicht von ihrem Ausstand abbringen lassen.

Schüssel und andere ÖVP-Spitzenpolitiker hatten am selben Tag wiederholt, die Rentenreform am 4. Juni wie geplant im Nationalrat (Parlament) verabschieden lassen zu wollen. Nachdem die Freiheitliche Partei (FPÖ) von dem ursprünglich gemeinsamen Entwurf der Regierung zur Reform wieder abgerückt war, will Bundespräsident Thomas Klestil voraussichtlich am Mittwoch einen Runden Tisch einberufen, um zwischen den Parteien zu vermitteln.

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