Kanzler-Prognose bremst zyklische Aktien
Dax schließt nach mäßigem Handel schwächer

Der deutsche Aktienhandel hat am Freitag schwach tendiert. Die Aktien der Handelskette Metro litten unter negativen Prognosen für den Einzelhandel. Technologietitel gaben nach Gewinnmitnahmen und schwachen US-Vorgaben ab. Positiv tendierten hingegen die Aktien der Commerzbank.

FRANKFURT/M. Den großen Ausverkauf gab es am Freitag bei Metro . Die Aktie verlor im Handelsverlauf gut 3 %. Händler führten das auf eine Analysteneinschätzung der Commerzbank zurück. Die Bank hatte die Metro-Aktie von "halten" auf "reduzieren" zurück gestuft. Den weltweit fünftgrößten Handelskonzern treffen vor allem die negativen Aussichten für den Einzelhandel in diesem Jahr.

Ins Minus wurde auch der Deutsche Aktienindex (Dax) gezogen. Zum Handelsende lag er mit 5 156 Punkten um 0,27 % niedriger als am Donnerstag. Nach mäßigem Auftakt sackte der Dax am Nachmittag noch deutlicher ab. "Gerüchte über einen Kriegsausbruch zwischen Indien und Pakistan haben den Markt stark belastet", sagte ein Händler aus Frankfurt. Zudem habe der Euro am Nachmittag eine wichtige Unterstützungslinie gerissen. Das Handelsvolumen sei über den gesamten Tag hinweg sehr gering geblieben.

Ein andere Frankfurter Händler sagte, dass der deutsche Aktienmarkt weiterhin abhängig von den Vorgaben aus den Vereinigten Staaten bleibe: "Am Freitag gab es da keine neuen Impulse, deshalb verlief der Handel so mäßig". Auch die Rede vom Präsidenten der US-Notenbank, Alan Greenspan, hätte keine großen Neuigkeiten enthalten. "Wir bleiben vorerst verhalten positiv", hieß es.

Unter Druck gerieten auch die Technologietitel. Insbesondere die Aktien der Siemens-Gruppe gaben ab. Trotz der Abschläge hat sich der Kurs jedoch seit September bei Infineon verdoppelt, Epcos ist um etwa 50 % gestiegen. Ebenfalls unter Druck gerieten zeitweilig SAP . Händler sprachen von Gewinnmitnahmen. Am Mittwoch hatte der größte europäische Softwarehersteller erfreuliche Geschäftszahlen für das Jahr 2001 veröffentlicht, woraufhin der Kurs zugelegt hatte.

Umschichtungen gab es auch zwischen Schering und Fresenius Medical Care . "Schering hatte in den vergangenen Tagen deutlich angezogen, da wollten einige die Gewinne einstecken und neu anlegen", sagte ein Händler. Dadurch sackten Schering kurzzeitig in die Verlustzone ab, kletterten allerdings im Tagesverlauf wieder ins Plus. Dort wurden mit deutlichem Abstand die Aktien der Commerzbank Tagessieger. Sie legten mehr als 1,5 % zu. "Ich weiß allerdings nicht warum sie so gut gehen", sagte ein Händler. Neuigkeiten gäbe es jedenfalls nicht.

Neben Metro zählten MAN zu den größten Tagesverlierern. Die Aktien gaben gut 3 % ab. Der Hersteller von Nutzfahrzeugen reagiert sehr sensibel auf Konjunkturdaten. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte am Freitag angekündigt, dass das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr nur 0,75 % betragen werde. "Die Hoffnung auf eine schnelle konjunkturelle Erholung ist nun erst einmal vorüber, das schlägt auf die Stimmung", sagte ein Händler.

Der M-Dax rutschte nur knapp ins Minus. Vor allem Fraport und Deutz konnten größere Verluste verhindern. Beide Werte legten knapp 5 % zu. Unter den stärksten Verlierern waren SGL Carbon und die Aktien der ProSieben SAT.1 Media-Gruppe. An den Regionalbörsen tendierten Bremen, Hannover und Stuttgart etwas fester, Düsseldorf fest und Berlin sehr fest. Hamburg ging knapp behauptet ins Wochenende und München blieb kaum verändert.

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