Kanzler Schröder hat sich angekündigt
Stürmische Entwicklung für Windkraftanlagenbauer Vestas

Die Windenergie boomt in Deutschland, und mit ihr profitiert eine ganze Branche von Herstellern über Planungsbüros bis zu Versicherern und Banken. Ein Beispiel für diese stürmische Entwicklung liefert die Firma Vestas Deutschland, der Marktführer in Sachen Windkraftanlagenbau in Schleswig-Holstein.

dpa HUSUM. An ihrem Hauptsitz in Husum (Kreis Nordfriesland) hat die Tochter der dänischen Vestas Wind Systems A/S in den vergangenen Jahren kräftig expandiert, und im brandenburgischen Lauchhammer wird am 22. Mai eine neue Rotorblatt-Fertigung in Betrieb genommen.

Der angekündigte Besuch von Bundeskanzler Gerhard Schröder zum Produktionsstart zeigt die Bedeutung, die auch die Bundesregierung dem Thema beimisst. Der Süden Brandenburgs ist nach Angaben von Firmensprecher Andreas Eichler von der Infrastruktur her interessant: "Lauchhammer liegt in der Mitte Europas." Gute Autobahnanbindungen, hoch motivierte Mitarbeiter und Aufbruchstimmung in einer Region mit hoher Arbeitslosigkeit seien weitere Gründe dafür, dort 50 Mill. Euro zu investieren.

"Aber wir bleiben Schleswig-Holsteiner", beteuert Eichler. Ein Hinweis ist die Standortwahl für den Prototypen der neuen "V90". Die 3-Megawatt-Anlage wird im nordfriesischen Risum-Lindholm für den Offshore-Einsatz erprobt, für Windparks auf hoher See. Langfristig werde die Vestas auch für diesen Bereich weitere Fertigungskapazitäten benötigen, sagte Eichler.

Verhandlungen in vollem Gange

Verhandlungen laufen bereits, Standort werde auf jeden Fall Schleswig-Holstein sein. Allein in Husum hat das Unternehmen in eineinhalb Jahren zwei neue Gebäude in Betrieb genommen und dafür etliche Millionen investiert. Der Personalstand hat sich seit Dezember 2001 von 280 auf 350 erhöht, bis Jahresende sollen es den Angaben zufolge 450 Beschäftigte sein.

Den Umsatz beziffert Geschäftsführer Hans-Jörn Rieks auf 437 Mill. Euro für 2001, das damit das erfolgreichste Jahr war, seit die Firma sich mit einer kleinen Vertriebsabteilung 1986 in Husum ansiedelte.

Auch in die Zukunft blickt die Unternehmensleitung mit Optimismus: Die Offshore-Entwicklung werde der ganzen Branche einen kräftigen Schub bescheren, sagt Andreas Eichler voraus. Aber auch mit Windkraftanlagen an Land seien - von dem rasanten Aufschwung in anderen europäischen Ländern und Übersee ganz abgesehen - in Deutschland noch gute Geschäfte zu machen. Schließlich erwarteten Experten bis zum Jahr 2010 eine Verdoppelung der bundesweit installierten Leistung von derzeit rund 9200 Megawatt.

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