Kanzler will noch stärker personalisieren
Schröder lenkt bei TV-Duell ein

Als Konsequenz aus der Niederlage von Sachsen-Anhalt strebt Bundeskanzler Gerhard Schröder jetzt einen stark personalisierten Wahlkampf an.

gof BERLIN. Die SPD wolle künftig mehr die direkte Auseinandersetzung mit Unionskanzlerkandidat Edmund Stoiber suchen. Es werde um die Frage gehen: "Wollt Ihr weiter Bundeskanzler Schröder oder wollt Ihr den Stoiber", sagte der SPD-Chef gestern.

Zugleich lenkte die SPD im Streit um das geplante Fernsehduell zwischen Schröder und Stoiber ein. Das Duell könne "stehend, sitzend oder liegend" stattfinden, sagte SPD-Generalsekretär Franz Müntefering gestern in Berlin. Man richte sich nach den Wünschen des gegnerischen Kandidaten und bestehe auch nicht mehr auf dem Freitag vor der Bundestagswahl, der bislang als "unverhandelbarer Termin" galt.

Damit will die SPD der Union den Vorwand einer Absage nehmen, weil sich die Sozialdemokraten wegen der Mediengewandtheit von Schröder Vorteile aus dem TV-Duell versprechen. Außerdem passt der Fernsehkampf in die Strategie, den politischen Wettbewerb wegen der höheren Populäritätswerte ganz auf die Person des Kanzlers zu konzentrieren. Das erste Aufeinandertreffen der Kandidaten soll vier Wochen vor der Wahl stattfinden, das zweite unmittelbar vor der Entscheidung am 22. September. Unionskandidat Edmund Stoiber entgegnete, der Bundestagswahlkampf sei für ihn keine "Showveranstaltung". Es müsse um Inhalte und um eine bessere Perspektive gehen. Stoiber bewertete das Ergebnis von Magdeburg als Schub für die Union mit erheblichen Auswirkungen auf die bundespolitische Stimmung.

Die FDP sehe sich ihrem Ziel näher, im Bund 18 Prozent zu erreichen, sagte Parteichef Guido Westerwelle. Er überlege jetzt ernsthaft, ob die FDP einen eigenen Kanzlerkandidaten aufstellen solle. Die Magdeburger FDP-Spitzenkandidatin Cornelia Piper meinte gestern, ihre Partei solle in Sachsen-Anhalt das Amt des Ministerpräsidenten fordern.

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