Kanzlerin Merkel besucht Bundesmarine
„Ich verschwinde jetzt“ – und schwupps, weg ist der Kopf

Angela Merkel besucht die Bundesmarine, um Flagge zu zeigen. Mit dem Besuch des Standorts Warnemünde will die Bundeskanzlerin für den deutschen Beitrag an der Libanon-Mission werben.

WARNEMÜNDE. Abstiege sind nicht Angela Merkels Stärke. Und so quält sich die Kanzlerin auf dem U-Boot 33 der Bundesmarine den Niedergang hinab. Ein eher gequältes Gesicht für die Kameras, die unbarmherzig Bilder schießen. "Ich verschwinde jetzt", sagt Merkel. Und schwupps, weg ist der Kopf.

Politisch war das sicher nicht gemeint. Ohnehin taucht sie kurz darauf oben am Ausguck des U-Boots der Dolphin-Klasse auf - jener Kategorie, von der zwei auch an Israel geliefert werden. Schließlich ist die Kanzlerin ja in Warnemünde, um Flagge zu zeigen. Wahrscheinlich nächste Woche benötigt die Bundesregierung das Mandat des Parlaments für den deutschen Beitrag an der Libanon-Mission. Und obwohl die Spitzen von CDU und SPD mit einer klaren Mehrheit rechnen, ist die Abstimmung kein Selbstläufer. Jeden Tag wirbt Merkel nun für Akzeptanz - und deshalb nimmt sie auch demonstrativ an einer Übung auf der Fregatte Sachsen teil, einem jener Schiffe, die die Führung bei einem Libanon-Einsatz übernehmen könnten.

Als das Bundespresseamt den Besuch vor Monaten plante, hätte Merkel selbst nicht gedacht, welches Interesse sie auslösen könnte. Denn was als Antrittsbesuch bei der kleinsten Teilstreitkraft der Bundeswehr gedacht war, wandelt sich nun zur symbolträchtigen Referenz an die Marine, die bald zum ersten deutschen Militäreinsatz im Nahen Osten auslaufen könnte.

Dazu passt die nachdenkliche Miene, mit der die Kanzlerin auf der Brücke das Auslaufmanöver in die Ostsee verfolgt. Entschlossen will sie auf dem mächtigen Schiff wirken. Als sie kurz darauf auf dem Seedeck steht und Tornados im Tiefflug vorbeidonnern, lehnt sie auch den angebotenen Ohrenschutz ab. Ihr politischer Instinkt sagt ihr, dass sich eine Regierungschefin nicht zimperlich zeigen sollte, wenn Soldaten kurz davor sind, in eine gefährliche Mission zu ziehen.

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