Kapazitäten wachsen langsamer als die Nachfrage
Chemiebranche rechnet mit höheren Margen

Nach mehreren mageren Jahren sehen Experten gute Chancen für kräftig steigende Gewinne in der Chemieindustrie. Im nächsten Jahr könnte es nach Angaben der Investmentbank Morgan Stanley zu einer Angebotsverknappung und damit zu steigenden Preisen kommen.

shf FRANKFURT/M. Analysten von UBS Warburg schließen es nicht aus, dass es in einigen Bereichen zu einer Gewinnexplosion kommt. Verantwortlich dafür ist das Investitionsverhalten der Chemiekonzerne.

Weltweit hat die Branche nach Daten von Morgan Stanley seit 1998 ihre Investitionen um gut ein Drittel heruntergefahren. Erstmals seit mehr als 50 Jahren bewegten sich die Investitionen für einen längeren Zeitraum unter den Abschreibungen. Mit einer Steigerung von weniger als 2 % falle der Ausbau der Kapazitäten derzeit deutlich niedriger aus als das langfristige Wachstum der Mengennachfrage. Vor allem bei Herstellern von Massenprodukten wie Basis-Chemikalien und Standardkunststoffen - darunter Unternehmen wie Dow Chemical, Lyondell, BASF oder die Chemiesparten der großen Ölkonzerne - führt eine höhere Kapazitätsauslastung zu schnell und deutlich steigenden Erträgen.

Die anhaltende Ertragsflaute der Chemieindustrie in den vergangenen Jahren wird von Fachleuten unter anderem auf den letzten Investitionsboom zurückgeführt, der Mitte der 90er-Jahre eingesetzt hatte. Inzwischen wächst jedoch die Überzeugung, dass der damals ausgelöste Kapazitätsschub von der Branche weitgehend verdaut worden ist.

BASF-Chef Jürgen Hambrecht rechnet zudem damit, dass die Branche beim Kapazitätsausbau inzwischen generell vernünftiger agiert, indem sie stärker die Möglichkeiten zu Partnerschaften nutzt. Analysten werten es als positiv, dass viele Chemiekonzerne stärker auf die frei verfügbaren Cash-Flows achten. Auch aus diesem Grund üben sie sich eher in Zurückhaltung bei Sachinvestitionen.

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