Kapazitätsgrenze des Labors erreicht
Kein Doping-Befund bei der Tour

Bei der 89. Tour de France wurden bisher 369 Blut- Kontrollen vorgenommen, die allesamt keine Auffälligkeiten zeigten.

HB AIME. "99 Prozent der Fahrer sind sauber", behauptete Hein Verbruggen, Präsident des internationalen Radsport-Verbandes UCI, am Donnerstag in der französischen Zeitung "Dauphiné Libéré". Die Zahl der EPO- Tests der gesamten Tour wurde auf 90 im Gegensatz zu 72 im Vorjahr erhöht. Damit ist die Kapazitäts-Grenze des Labors Chatenay-Malabry bei Paris erreicht, in dem nach der kombinierten Urin- und Blut- Analyse EPO nachgewiesen werden kann. Dazu werden bei den Tour- Fahrern täglich sechs bis zehn Urin-Proben nach Etappen-Ende genommen.

Im Vorjahr gab es mit dem inzwischen für drei Jahre gesperrten Spanier Telxa del Olmo bei der Tour nur einen offen gelegten Doping- Fall. In diesem Jahr noch keinen. Allerdings hat der Fall Igor Gonzalez de Galdeanos, der sieben Tage das Gelbe Trikot getragen hatte, die teilweise fragwürdige Anti-Doping-Praxis der UCI offen gelegt. Der Spanier war bei mehreren Tests positiv auf das Kortekoid Salbutamol kontrolliert worden. Galdeano wurde aber nicht belangt, weil in seinem Gesundheitspass das Asthma-Mittel sanktioniert wurde. Die Internationale Anti-Doping-Agentur WADA hatte ihn als "positiv getestet" bezeichnet. Die Tour-Organisatoren sind aber an das Reglement der UCI gebunden, und die stufte den Galdeano-Test als negativ ein.

Verbruggen wertete die Sechs-Monats-Sperre gegen Jan Ullrich, dem ärztlich attestiert der Einsatz von Salbutamol als Spray gegen Asthma gestattet ist, als regelkonform. "Obwohl ich die Urteilsbegründung noch nicht kenne, scheint mir der Spruch des Sportgerichts des deutschen Verbandes unseren Regeln entsprechend", sagte der Jurist anlässlich seines Besuches der Tour de France in Begleitung von IOC - Präsident Jacques Rogge und Prinz Albert von Monaco. Die mögliche Intervention der UCI gegen das Urteil wegen des Gebrauchs von Amphetaminen wird es wahrscheinlich nicht geben. Das hatte bereits am Mittwoch UCI-Sprecher Enrico Carpani der dpa erklärt.

"Er ist erst 28 - es ist nicht zu spät. Wenn sich Ullrich wieder auf seinen Sport konzentriert, kann er es schaffen", sagte Verbruggen, der "es ein bisschen traurig" fand, "dass ein Athlet mit solch enormen physischen Möglichkeiten weder die Konzentration noch die Disziplin wie beispielsweise Lance Armstrong 12 Monate im Jahr aufbringen kann." Verbruggen weiter: "Ich habe Ullrichs Pressekonferenz im Fernsehen verfolgt, als er sagte, er müsse sich zuerst selbst wieder finden. Vielleicht hat er verstanden, dass er auch den Kopf und innere Disziplin braucht, um das Metier erfolgreich zu betreiben". Laut Ullrich-Manager Wolfgang Strohband soll am Wochenende besprochen werden, wann der Rad-Olympiasieger von seinem Auslands- Aufenthalt nach Merdingen zurückkehrt.

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