Kapitän Novotny fällt aus
Bayer will nach "Betze" auch Anfield Road stürmen

Mit riesengroßem Selbstbewusstsein nach dem 4:2-Triumph beim 1. FC Kaiserslautern flog der Bundesliga-Tabellenführer zum Viertelfinalhinspiel der Champions League am Mittwoch (20.45 Uhr/live bei Premiere und RTL) beim englischen Rekordmeister FC Liverpool.

sid LIVERPOOL. Wir haben eine 50:50-Chance, aber wir müssen alle Möglichkeiten, taktisch und spielerisch, abrufen", so Toppmöller vor dem Gastspiel beim Uefa-Cup-Sieger. Beim "Schaulaufen" in der "Königsklasse" kann der Werksklub einen weiteren Schritt in Richtung Triple absolvieren.

"Die Generalprobe in Lautern haben wir glänzend bestanden", sinnierte Torwart Jörg Butt. Allerdings haben die Rheinländer noch die 1:4-Schlappe im letzten Auswärtsspiel im Fußball-Mutterland vor gut einem Monat in der Zwischenrunde beim FC Arsenal London in schlechter Erinnerung. Damals lag die Bayer-Truppe drei Tage nach dem 4:0-Erfolg gegen Borussia Dortmund schon nach sieben Minuten mit 0:2 im Rückstand und hatte nicht den Hauch einer Chance.

"Leverkusen hat das Glück, zunächst auswärts antreten zu können. Wenn Bayer die ersten 20 Minuten ohne Gegentor übersteht, hat die Mannschaft eine reelle Chance, das Halbfinale zu erreichen. In Liverpool darf man nicht ängstlich sein", meinte der schottische Nationaltrainer und Ex-Bayer-Coach Berti Vogts.

Allerdings muss der DFB-Pokalfinalist auf Kapitän Jens Nowotny (Gelbsperre) verzichten. Damit ist die überragende Bundesliga-Innenverteidigung mit Nowotny und dem Brasilianer Lucio gesprengt. Der Kroate Boris Zivkovic wird voraussichtlich versuchen, den Spielführer zu ersetzen. Oder Mittelfeldspieler Carsten Ramelow schlüpft wieder in die Abwehrrolle, dann müsste allerdings Mittelfeld-Star Michael Ballack (15 Bundesliga-Treffer) defensiver spielen.

Auf jeden Fall erwartet die Bayer-Verteidigung Schwerstarbeit: Schließlich gilt es, Liverpools Traumsturm Michael Owen/Emile Heskey zu neutralisieren. Seit seinem "Dreierpack" im WM-Qualifikationsspiel gegen Deutschland in München (5:1) ist vor allem Owen der "Deutschland-Schreck" schlechthin.

"Owen und Heskey sind Riesenkonterstürmer", weiß Toppmöller. Ballverluste in der Vorwärtsbewegung wie in Arsenal dürften auch die "Reds" mit Owen und Heskey gnadenlos bestrafen. Owen gehörte beim 2:0-Erfolg gegen Charlton Athletic am vergangenen Samstag zu den Torschützen für die Hausherren. Heskey wurde zwar leicht angeschlagen und frühzeitig ausgewechselt. "Das war nur eine Vorsichtsmaßnahme. Wir werden ihn wohl für Mittwoch wieder fit bekommen", sagte Assistenztrainer Phil Thompson.

Während Toppmöller in der Defensive auf Grund des Ausfalls von Nowotny umdisponieren muss, hat er im Mittelfeld wesentlich mehr Variationsmöglichkeiten als auf dem "Betze". "Toppi" kann wieder auf Ze Roberto und Bastürk zurückgreifen, die beide wegen Gelbsperre in Kaiserslautern gefehlt hatten. "Mit Ze Roberto werden wir spielerisch noch stärker", sagte Toppmöller. Einen Stammplatz für die Partie an der Anfield Road hatte der Bayer-Coach Thomas Brdaric versprochen, der in Kaiserslautern in der Ze-Roberto-Rolle durchaus zu überzeugen wusste.

Respekt bringt der deutsche Nationalspieler in Diensten der Liverpooler, Dietmar Hamann, dem Bundesliga-Spitzenreiter entgegen. "Das wird sehr schwer. Bayer hat keinen so großen Namen, aber ist auch nicht viel schlechter als etwa Real Madrid", äußerte der Ex-Münchner, der voraussichtlich die Kreise von Bayer-Ass Michael Ballack stören soll: "Sicher werden sich unsere Wege kreuzen. Wir kennen uns gut. Aber nicht nur dieses Duell ist wichtig." Verzichten müssen die Gastgeber auf Mittelfeldmotor Steven Gerrard (Oberschenkelverletzung). Angeschlagen ist auch noch der Portugiese Abel Xavier.

Für Liverpool ist es die erste Viertelfinalteilnahme im Landesmeister-Wettbewerb seit 1985. Ähnlich wie Leverkusen schafften der viermalige Europapokalsieger (1977, 1978, 1981 und 1984) erst mit einem Endspurt in der Zwischenrunde den Sprung unter die letzten Acht. Ausschlaggebend war ein 2:0-Sieg im letzten Spiel gegen den AS Rom.

In der ersten Runde gaben die Schützlinge von Teammanager Gerard Houllier, der erst gegen die Roma nach seiner schweren Herzoperation sein Comeback auf der Liverpooler Trainerbank gegeben hatte, Borussia Dortmund an der Anfield Road mit 2:0 das Nachsehen. Die `Reds" besitzen ohnehin eine überragende Europacup-Bilanz mit deutschen Klubs. In 15 Duellen setzten sie sich 13-mal durch.

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