Kapital konnte nicht beschafft werden
Rettung der Mannheimer Gruppe gescheitert

Der Rettungsversuch der Branche für die angeschlagene Mannheimer-Versicherungsgruppe ist vorerst gescheitert. "Wir haben die notwendige Quote verfehlt", sagten gestern übereinstimmend mehrere Teilnehmer dem Handelsblatt.

DÜSSELDORF. Am Mittwoch hatten sich Vorstände von 110 Lebensversicherer getroffen, um über das Rettungskonzept für die Mannheimer zu beraten. Zur Umsetzung des Konzeptes wäre eine Zustimmung von 90 Prozent des Marktes der 110 Lebensversicherer notwendig gewesen. Das Rettungskonzept sah vor, dass die Branche sich an einer Kapitalspritze von insgesamt 373 Mill. Euro für die angeschlagene Mannheimer beteiligt.

Nach Einschätzung von Brancheninsidern dürfte die Mannheimer Versicheurng damit der erste Fall für die Auffanggesellschaft Protektor werden. Damit würden aber nur die laufenden Verträge der Versicherten abgesichert, nicht jedoch der Fortbestand der Gesellschaft. Indirekt wäre damit neben der Lebensversicherung die gesamte Mannheimer Gruppe, zu der ein auch ein Sach- und ein Krankenversicherer gehören, gefährdet. Ob es noch neue Gespräche geben soll, ist derzeit unklar, denn ein neuer Termin wurde zunächst nicht vereinbart.

Die Lebensversicherer hatten Protektor gegründet, nachdem angesichts der Börsenkrise eine Reihe von Versicherern in die Krise geraten waren. Zugleich wollten aber viele in der Branche auf jeden Fall verhindern, dass die Notlösung zum Tragen kommt, weil sie dadurch einen schweren Imageschaden befürchten. Die Kunden sollten keinerlei Zweifel an der Sicherheit von Lebensversicherungen bekommen. Bisher hatte die Branche alle Schieflagen geräuschlos und unauffällig durch Übernahmen beseitigt.

Auf der anderen Seite standen Bedenken einiger Gesellschaften, einen schwachen Konkurrenten aufzufangen und damit praktisch den Wettbewerb außer Kraft zu setzen. Nach dem Scheitern der gestrigen Gespräche scheint die Fraktion "Retter" gescheitert zu sein. Offiziell äußerten sich weder die Mannheimer selbst noch der Branchenverband GDV zu den Vorgängen, auch die Finanzaufsicht (Bafin) gab auf Anfrage keinen Kommentar ab.

Die im SDax notierten Aktien der Mannheimer AG sind am Mittwoch voraussichtlich bis zum heutigen Börsenschluss vom Handel ausgesetzt. Der letzte Kurs vor dem Handelsstopp lag bei 7,20 Euro, ein Minus von 7,7 Prozent.

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