Kapitalbeteiligung durch Telecom Italia Mobile im Gespräch
Telefongesellschaft KPN ist offen für Übernahme

Die niederländische E-Plus Muttergesellschaft denkt darüber nach, die eigene Unabhängigkeit aufzugeben, um enger mit anderen Unternehmen zusammenzuarbeiten.

Reuters FRANKFURT. Die Muttergesellschaft des drittgrößten deutschen Mobilfunkbetreibers E-Plus, die niederländische Telefongesellschaft KPN, hält eine Übernahme durch ein anderes Unternehmen für denkbar. "Wir sind offen für neue Kombinationen, selbst wenn sie das Ende der Unabhängigkeit von KPN bedeuten", sagte der KPN-Chef Paul Smits dem Magazin "Focus Money" einem Vorabbericht vom Mittwoch zufolge. Nach seinen Worten wird bei KPN über eine Kapitalbeteiligung durch den italienischen Marktführer Telecom Italia Mobile (TIM) nachgedacht. Eine solche Verbindung wäre eine sehr komfortable Position, wurde Smits von dem Magazin weiter zitiert. TIM schloss hingegen die Möglichkeit einer Beteligung an KPN aus.

KPN ist Marktführer in den Niederlanden und gilt in der Branche bereits seit längerem als Übernahmekandidat. In Deutschland hält KPN 77,5 % der Anteile an E-Plus. Nach Angaben von KPN-Chef Smits wird möglicherweise der andere E-Plus-Gesellschafter, der US-Telekom-Konzern Bell South, seinen Anteil gegen KPN-Anteile tauschen. Ein solcher Tausch wäre ab Juni möglich. "Ich wäre nicht überrascht, wenn Bell South davon Gebrauch machte", wurde der KPN-Chef zitiert.

Telecom Italia Mobile schließt Übernahme aus

Die TIM wies indes Spekulationen über ein mögliches Interesse an dem niederländischen Unternehmen zurück. "Wir schließen die Möglichkeit einer Vereinbarung mit KPN aus", sagte ein TIM-Sprecher. Auch ein Sprecher von KPN betonte nach Veröffentlichung des Magazinberichts, es gebe "absolut keine Gespräche zwischen KPN und TIM" außer jenen über die Ausgestaltung des Gemeinschaftsunternehmens mit dem größten japanischen Mobilfunkkonzern NTT Docomo.

KPN, TIM und NTT Docomo hatten im Januar die gemeinsame Vermarktung der in Japan außerordentlich erfolgreichen Mobilfunktechnik I-Mode in den europäischen Ländern bekannt gegeben. I-Mode ermöglicht eine komfortablere Internet-Netzung auf Mobiltelefonen. An der Börse verteuerten sich KPN-Aktien bis zum frühen Nachmittag um rund 7 % auf 13,50 Euro, TIM um 2,4 % auf 7,65 Euro und NTT Docomo bis Handelschluss in Tokio um 5,2 % auf 2,43 Mill. Yen. Der Telekom - Branchenindex Dow Jones Stoxx lag mit 3,4 % im Plus.

Analysten schlossen eine direkte Beteiligung von TIM an KPN oder KPN Mobile beziehungsweise ein Übernahme überwiegend aus und sehen lediglich eine engere Verbindung zwischen den beiden Konzernen, um die geografische Repräsentanz auszudehnen. KPN ist noch in den Benelux-Staaten aktiv, TIM hat derzeit seinen Fokus auf Südeuropa und Lateinamerika.

Eine Übernahme der im internationalen Vergleich kleinen KPN durch ein anderes Telekom-Unternehmen ist unter anderem wegen der fortschreitenden Konsolidierung in der Telekom-Branche in den Blickpunkt gerückt. KPN weist unter den europäischen Branchenunternehmen die geringste Bonität auf und hat Schulden in Höhe von 22 Milliarden Euro. KPN will sich deshalb wie andere Konzerne auch von Randaktivitäten trennen und seine Mobilfunksparte KPN Mobile an die Börse bringen. An KPN Mobile ist NTT Docomo bereits mit 15 % beteiligt.

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