Kapitalerhöhung bei Thiel Logistik setzt Aktienkurs unter Druck
Thiel gibt Gas

Kapitalerhöhung beim Logistiker: Die Aktie fiel zwar kurzfristig in den Keller - die Strategie des Konzern könnte jedoch aufgehen.

DÜSSELDORF. Die Gesellschaft will den Emissionserlös nach eigenen Angaben vor allem zur Finanzierung der Umsetzung von weiteren Großaufträgen sowie zur Sicherung von Marktanteilen verwenden. Allerdings können zumindest die Analysten der Frankfurter Helaba diese Begründung des Managements nicht nachvollziehen. Zwar würden die Luxemburger in den kommenden Monaten umfangreiche Mittel zur Finanzierung des organischen Wachstums sowie für den Ausbau des Geschäftsfelds Health Care benötigen, jedoch sollte die Gesellschaft die Ausgaben aus dem laufenden Cash Flow sowie mit dem aktuellen Cash-Bestand von rund 66,1 Millionen Euro finanzieren können. Darüber hinaus verfügt Thiel Logistik voraussichtlich über umfangreiche freie Kreditlinien. Die Nettoverschuldung der Luxemburger liegt bei knapp 100 Millionen Euro.

Insgesamt sollen im Rahmen eines so genannten Accelerated Bookbuildings bis zu 6,55 Millionen neue Aktien ausgegeben werden. Bei diesem Verfahren ist das sonst übliche Bezugsrecht für Altaktionäre ausgeschlossen. An der Börse ist von einem Zuteilungspreis für die jungen Papiere von 17,70 Euro die Rede. Damit bekommt Thiel rund 110 Millionen Euro in die Kasse.

Dem Aktienkurs hat die Maßnahme kurzfristig jedenfalls nicht gut getan. Am Dienstag, tags zuvor war Abends die Kapitalerhöhung bekannt gegeben worden, verlor das Papier teilweise über 14 Prozent, am Mittwoch Mittag lag es fast unverändert.

Die Luxemburger sichern sich mit dem Schritt jedoch Mittel für weitere Expansion. Vor dem Hintergrund der jüngsten Birkart-Übernahme sind kurzfristig zwar keine nennenswerten Expansionsschritte zu erwarten, mittelfristig dürfte Thiel aber enorme Gelder für den Aufbau eines weltweiten Netzwerks benötigen. Insofern kann die Kapitalerhöhung überwiegend als ein "Auffüllen der Kriegskasse" verstanden werden. Dennoch dürfte die Maßnahme einigen Marktteilnehmern angesichts der Gewinnverwässerung missfallen, so dass die Thiel-Aktie in den kommenden Tagen weiter unter der Kapitalerhöhung leiden könnte. Mittelfristig sollten jedoch wieder die ausgezeichneten Wachstumsperspektiven in den Vordergrund rücken.

Fazit: Weitere Expansionen sind dann erfolgreich, wenn die Integration in den Konzern gelingt. Auf Dauer werden im Logistik-Markt nur die Großen überleben - und Thiel hat gute Chancen, dabei zu sein.

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