Kapitalerhöhung für Mitte November geplant
Produktionsstart für Luftschiff Cargolifter

In der Werfthalle in Briesen-Brand südlich von Berlin lief am Donnerstag die Produktion der Polyester-Hülle für das 260 Meter lange und 65 Meter hohe Luftschiff CL 160 an.

dpa-afx BRIESEN-BRAND. Bei der Anlage handelt es sich um den mit 262 Meter weltweit längsten Schneidetisch. Für ein Luftschiff müssen 144 der 260 Meter langen Bahnen verklebt werden. Die Produktion der Hülle des ersten Großluftschiffs soll ein Jahr dauern, später sollen jährlich vier solcher Luftschiffe die Werft verlassen. Cargolifter zählt knapp 500 Mitarbeiter.

Gablenz betonte, es handele sich um eine Premiere im Luftschiffbau. Noch nie sei eine solch große Hülle hergestellt und für eine Belastung mit bis zu 160 Tonnen Fracht konzipiert worden. Die von Cargolifter entwickelte Technologie werde erstmals getestet. Erstmals werde auch ein so großer Raum mit Helium betankt, das für den Auftrieb sorgen soll. Neben dem weltweit größten Frachtluftschiff stellt Cargolifter kleinere Luftschiffe her, darunter einen Ballon zum Heben bis zu 75 Tonnen schwerer Lasten.

Das Unternehmen plant Gablenz zufolge bis Mitte November eine Kapitalerhöhung, da die Eigenkapitalreserven im Frühjahr auslaufen. "Eine Barkapitalerhöhung wäre der einfachste Weg", sagte der Vorstandschef, vorstellbar sei indes auch eine Wandelanleihe. Das Unternehmen werde auf keinen Fall finanziell in eine ernste Situation geraten. Für den Bau des ersten CL 160 werden rund 1,15 Milliarden Mark (588 Millionen Euro) benötigt.

Cargolifter-Vorstand Carl Bangert gab an, sein Unternehmen zähle bereits 65.000 Aktionäre und trete in eine neue Phase ein. "Wir sind jetzt dabei, den nächsten Kapitalschritt noch in diesem Jahr durchzuführen", betonte er. Der Anteil institutioneller Anleger betrage 30 Prozent. Cargolifter ist im Aktienindex MDax aus 70 deutschen Unternehmen unterhalb des Leitindex Dax vertreten. Das Eigenkapital wird mit 270 Millionen Mark angegeben, 35 Millionen Mark Fördermittel reichte das Land Brandenburg aus.

Bundespräsident Rau zeigte sich beeindruckt

Bundespräsident Johannes Rau zeigte sich bei einem Besuch zum Produktionsstart beeindruckt. "Ich bin kein Technikexperte, kann also über die Chancen des Unternehmens nicht viel sagen", sagte er, "aber es scheint plausibel, deshalb wünsche ich den Experten, daß sie Erfolg haben". Rau besitzt nach eigenen Angaben keine Cargolifter-Aktien. "Da ich noch nie eine Aktie gekauft habe, muss ich auch da passen", sagte er, aber "ich halte das schon für ein Projekt, das für Viele reizvoll sein könnte".

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