Kapitalerhöhung über innovative Konstruktion
Die IKB hat den Charme der Nische

Selbst den Stempel "halbe Behörde" haben sie dem Wert aufgedrückt - wegen der gut 34 %igen Beteiligung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

DÜSSELDORF. Gelobt wird dagegen allenthalben die verlockend hohe Dividendenrendite von deutlich über 5 %; seit 1951 hat die IKB nach eigenen Angaben regelmäßig eine Dividende gezahlt. Unter langfristigen Aspekten wird daher zur Beimischung der Aktie im Depot geraten.

Auf große Überraschungen brauchen sich Anleger dabei kaum einrichten - weder positiv noch negativ. Doch im bisherigen Jahresverlauf sind die Investoren damit recht gut gefahren. Zieht man den MDax der 70 mittelgroßen deutschen Aktien als Vergleichsmaßstab heran, hat das IKB-Papier deutlich besser abgeschnitten. Daran ändert auch das zuletzt leichte Abbröckeln des Kurses nichts. Für Gert Schmidt, Investor-Relation-Chef der IKB, steht fest, dass die Aktie künftig im Prime-Segment des MDax-50 gelistet wird.

Doch was macht eigentlich den Charme der IKB aus? Wodurch hebt sie sich auch in dem gebeutelten deutschen Bankensektor ab? Die Düsseldorfer IKB gilt am deutschen Bankenmarkt als Nischenanbieter, der sich auf die Finanzierung kleiner und mittelständischer Unternehmen spezialisiert hat. Sie sucht also dort Chancen, wo viele andere Banken schon lange abwinken. Und dank ihrer konservativen Geschäftsphilosophie findet sie diese Chancen mit recht ordentlichem Erfolg: Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit stieg im ersten Halbjahr um 1,6 % auf 75 Mill. Euro. Der DZ Bank gefällt beispielsweise auch die Effizienz der Bank; hierin liege "eine Stärke" der IKB. Sie verweist dazu auf die Cost/ Income-Ratio (Kosten zu Betriebserträgen) von rund 42 % im ersten Halbjahr, die unter dem deutschen Branchendurchschnitt gelegen habe. Die IKB hat dabei - gegen den Branchentrend - die Zahl ihrer Mitarbeiter um rund 6 % erhöht.

In nächster Zukunft will das Spezialinstitut weiter wachsen und erhöht dazu über die Aufnahme einer stillen Beteiligung ihr Kernkapital um 150 Mill. bis 250 Mill. Euro. Dazu hat der Beteiligungsgeber, die Capital Raising GmbH, Inhaberschuldverschreibungen in Stückelungen zu 100 Euro emittiert mit einem Kupon zwischen 7,5 % und 7,75 %; Ausgabekurs 100 %. Laut Schmidt hat der Bond eine gute Aufnahme am Markt gefunden.

Das etwas ungewöhnliche, aber innovative Konstrukt wurde gewählt, um eine Kapitalerhöhung ohne Verwässerungseffekt zu erreichen. Die festverzinslichen, genussscheinähnlichen Papiere sind ein Hybrid zwischen Aktie und Anleihe. Zu den Aktien-Eigenschaften zählt etwa, dass es keine Laufzeit gibt und die Zahlung von Zinsen gewinnabhängig ist. Das heißt, sie kann unter bestimmten Voraussetzungen ausgesetzt werden, etwa, wenn das Institut einen Verlust ausweist - was aber als unwahrscheinlich gilt. Als Anleihe-Eigenschaften gelten der feste Kupon und die Kursnotierung in Prozent wie bei einer Anleihe. Ziel ist laut Schmidt, sich "Eigenkapital auf Vorrat und zu günstigen Konditionen zu beschaffen".

Wachsen will die Bank sowohl im Inland als auch im Ausland. Die IKB hofft ihren Marktanteil in Deutschland trotz des schlechten Umfelds 2003 zu erhöhen. Es gebe Anzeichen, dass sich ihre Position im Mittelstand noch verbessert habe. Aber auch das weiter dynamische Wachstum im Ausland müsse mit Eigenkapital unterlegt werden.

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