Kapitalerhöhung und Stellenabbau geplant
Banken unterstützen Rettungsplan für Baustoffkonzern Mühl

Aufatmen bei dem thüringischen Baustoff-Dienstleister Mühl Product & Service AG: "Der Geschäftsbetrieb des Unternehmens wird ohne Einschränkung fortgeführt", sagte am Donnerstag der Insolvenzverwalter Rolf Rombach nach Gesprächen mit rund 80 Kreditinstituten.

fmd BERLIN. Alle beteiligten Banken hätten nach Vorstellung des Sanierungskonzepts für eine Fortführung votiert. In Kürze, so Rombach, werde den Gläubigern ein Insolvenzplan vorgestellt.

Das Sanierungskonzept sieht vor, 3 000 der 3 800 Arbeitsplätze bei dem Kranichfelder Unternehmen zu erhalten. Mühl ist mit Bankverbindlichkeiten von rund 250 Mill. Euro belastet und hat einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Das Unternehmen hält es für nötig, dass die Gläubiger auf einen Teil der Forderungen verzichten. Zudem sei eine Kapitalerhöhung um 20 Mill. Euro nötig. Diese Summe könnte mit Hilfe der Altinvestoren gestemmt werden.

Unterdessen verhandelt nach Angaben eines Firmensprechers die von Mühl beauftragte Equinet AG mit drei Unternehmen über einen Einstieg bei dem Baustoff-Dienstleister. Ein Interessent habe bereits eine Absichtserklärung unterschrieben.

Wesentlich für die Fortführung hält das Management den Erhalt der Bereiche Handel, E-Logistik und Software unter einem Konzerndach. Auch der Insolvenzverwalter ist gegen eine Filetierung. "Die Zerschlagung der Mühl AG wäre die schlechteste Alternative", sagte er.

"Wir unterstützen prinzipiell das Sanierungskonzept", erklärte die Dresdner Bank, eine der Hausbanken Mühls. Sie sei bereits vor der Insolvenz bereit gewesen, frisches Kapital zur Verfügung zu stellen.

Trotz ermutigender Ansätze "ist es noch nicht geschafft", lautet das vorläufige Fazit des Vorstandsvorsitzenden und Großaktionärs Thomas Wolf. Er hält 38,25 % der Anteile, die Allianz 12,75 %, der Rest ist in Streubesitz. Er hofft jetzt auf eine schnelle Entscheidung über eine Fortführung des Unternehmens. "Der Markt im Baustoff-Großhandel verträgt keine lange Unsicherheit", heißt es bei Mühl.

Die Börse bewertete die Aussichten für ein Überleben der Mühl Product & Service positiv. Der Kurs, der schon mal ein Niveau von 58 Euro erreicht hatte, zog gestern im Handelsverlauf um bis zu 45 % auf 1,6 Euro an. Angesichts des äußerst niedrigen Kursniveaus dürfte die Achterbahnfahrt bei dem im Nemax-All-Share-Index notierten Wert aber anhalten.

Quelle: Handelsblatt

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