Kapitalerhöhung verspricht Brisanz
Analysten trauen B&L Immobilien etwas zu

Die Hamburger B&L Immobilien AG notiert nach Analystenmeinung weit unter ihrem fairen Wert. Deshalb legte das Emissionskonsortium den maximalen Bezugspreis für die jungen Aktien auch deutlich über dem aktuellen Börsenkurs fest. Für Spannung ist damit bereits im Vorfeld gesorgt.

scc FRANKFURT/M. Das Prozedere um die Kapitalerhöhung der Hamburger B&L Immobilien verspricht schon im Vorfeld einiges an Spannung: Einen Preis von bis zu 26 Euro wolle der Immobilien-Konzern für seine insgesamt 4 366 208 jungen Aktien und die von Altaktionären stammende Zuteilungsoption von 654 940 Papieren erzielen, hieß es in Frankfurt. In den nächsten zwei Wochen läuft die Zeichnungsfrist. Pikant ist jedoch: Der Preis der bisher schon im Amtlichen Handel notierten B&L-Papiere lag auch gestern bei 23 Euro, zeigte sich also vom "bis-zu"-Preis der neuen Aktien reichlich unbeeindruckt. Interessierte Anleger können bei ihren Geboten bereits jetzt davon ausgehen, dass der angestrebte Preis von 26 Euro nicht erreicht wird.

B&L-Vorstandschef Hans Hellberg brachte deshalb die Situation auf den Punkt: "Bei einem Ausgabepreis von unter 20 Euro würde die untere Schmerzgrenze beginnen" äußerte er sich gestern vor Investoren. Gleichzeitig machte er aber auch deutlich, dass B&L bei einem geringeren Angebot nicht auf den Emissionserlös angewiesen, sondern solide durchfinanziert ist. Die aus der Emission erwarteten bis zu 113 Mill. Euro sollen etwa zur Hälfte in die Finanzierung weiterer Immobilienprojekte sowie in Akquisitionen fließen. Mit der anderen Hälfte soll die Finanzierung der im vergangenen Jahr akquirierten Wohnungsgesellschaft LEG Schleswig-Holstein teilweise abgelöst werden.

Analysten der beiden Konsortialführer West LB Panmure und Société Générale sowie des Konsortialmitglieds Hamburgische Landesbank bewerten die B&L Immobilien AG derzeit mit bis zu 389 Mill. Euro. Ihren fairen Wert sehen sie in einer Spanne zwischen 290 und 330 Mill. Euro. Da B&L an der Börse derzeit nur eine Marktkapitalisierung von 240 Mill. Euro aufweist, damit also unterbewertet erscheint, trauen sie ihr weiteres Kurspotenzial zu, was letztlich auch im maximalen Bezugspreis von 26 Euro zum Ausdruck kommt.

B&L selbst kann darauf verweisen, dass die eigene Aktie in den vergangenen zwölf Monaten bereits etwa 15 % an Wert gewonnen hat. Zudem arbeitet das über 30 Jahre alte Unternehmen profitabel, erwirtschaftete im vergangenen Jahr eine Gesamtleistung von 57,9 Mill. Euro und dabei einen Konzerngewinn von 11,9 Mill. Euro. Nach Analystenschätzung soll die Gesamtleistung von 2002 bis zum Jahr 2004 von 61,7 über 64,2 auf 72,5 Mill. Euro steigen. Der Konzerngewinn wird in diesem Jahr bei 16,9 Mill. Euro erwartet und soll anschließend über 24,4 auf 30,4 Mill. Euro im Jahr 2004 wachsen.

Die Analysten der drei im Konsortium vertretenen Banken lobten zudem die gute Positionierung von B&L im Bereich Shopping Center. Auch habe der Kauf der LEG Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr stark zur Ergebnisverbesserung des Unternehmens beigetragen. Die Experten kritisierten, dass B&L durch die Dreigleisigkeit seines Geschäfts zwischen Shopping Centern, Büros und Wohnungen nicht eindeutig fokussiert sei. Zudem sei man noch zu stark im Heimatmarkt Hamburg verankert.

Quelle: Handelsblatt

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